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Anleger üben sich in Geduld

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11.04.2019 – Daily report. Börsianer brauchen aktuell eine Menge Sitzfleisch. Der Brexit wird wohl wie ein Schreckgespenst bis Halloween umher wandeln. News in Sachen Zollstreit China-USA gibt es nicht. Vor der morgen anlaufenden US-Berichtssaison wächst die Skepsis, ob die jüngste Hausse zu den eintrudelnden Ergebnissen passen wird. So setzt der DAX im frühen Handel am Donnerstag erst einmal zurück.

Broker warten auf US-Quartalszahlen

Die Anleger in Frankfurt hielten sich zuletzt mit Engagements zurück. Der DAX rutsche leicht ab bis unter die 11.900 Zähler. Für viele Broker gibt es erst ab morgen eine Richtungsentscheidung, dann läuft mit Wells Fargo und JPMorgan Chase die US-Berichtssaison zum ersten Quartal an. Hier droht möglicherweise eine negative Überraschung. So verwies die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf eine Auswertung des Informationsdienstes Factset. Demnach rechnen Analysten für den S&P 500 für das Auftaktquartal im Vergleich zum Vorjahr mit einem Gewinnrückgang von 4 Prozent. Zu Beginn des Quartals hätten Analysten noch ein Wachstum von knapp 3 Prozent erwartet.

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Brexit erst zu Halloween

Abwarten heißt es auch beim britischen Pfund. Die Europäische Union und die Regierung in London haben sich auf eine Verschiebung des Brexit-Termins bis zum 31. Oktober verständigt. Das Vereinigte Königreich kann aber früher austreten, wenn der schon mehrfach abgelehnte Brexit-Vertrag das Parlament passieren sollte. Immerhin ist damit ein harter Brexit zum morgigen Freitag abgewendet. Wir erwarten somit in den kommenden Monaten eine anhaltende Hängepartie.

Zollstreit zieht sich

Geduld brauchen die Anleger auch in Sachen Zollstreit USA-China. Außer den üblichen Sprechblasen liefen zuletzt keine nahrhaften News über die Ticker. So sagte US-Handelsminister Steven Mnuchin dem Fernsehsender CNBC, dass sich Washington und Peking im Grunde auf einen Mechanismus zur Durchsetzung eines Deals geeinigt hätten. Wir warten auch hier weiter ab.

Kalte Dusche aus Peking

Bewegung und Gewinne gab es immerhin für die Bären in China. Der CSI 200 verlor 2,2 Prozent auf 3.998 Zähler. Auf dem Parkett kursierten Spekulationen über Eingriffe der Regierung im Aktienhandel. Das jüngste Gerücht: Peking wolle die Hausse abkühlen und die Märkte etwa über staatliche Fonds oder behördliche Kommentare in der staatlich gelenkten Presse beeinflussen. Zudem vermuteten Broker, dass der Staat Aktienkäufe über Kredite beschränken wolle. Seit Jahresbeginn hat der CSI 300 rund ein Drittel an Wert gewonnen.

Nichts Neues von der Fed

Die Protokolle des Offenmarkt-Ausschusses der Federal Reserve aus dem März brachten verhaltene Impulse für die Börse. So schloss der Dow Jones gestern nahezu unverändert bei 26.157 Zählern. Immerhin legte der S&P 500 zur Wochenmitte um rund 0,4 Prozent zu auf 2888 Zähler. Der Nasdaq 100 gewann sogar 0,6 Prozent auf 7511 Zähler. Kein Wunder, denn hier herrschte Freude über die Bestätigung der amerikanischen Zinspolitik. Laut den gestern veröffentlichten Minutes der Fed sprechen die bestehenden Risiken laut einer Mehrheit der Mitglieder für einen unveränderten Leitzins im Jahr 2019. Es gebe weiterhin „bedeutsame Unsicherheiten“ um den Ausblick.

„Whatever it takes“ 2.0

Bleiben wir bei den Notenbanken. Manch Trader rieb sich gestern verwundert die Augen. Denn Notenbankchef Draghi sagte, die Europäische Zentralbank stehe bereit, alle ihre Instrumente falls nötig anzupassen. ALLE Instrumente. So der konkrete Wortlaut gestern gleich zu Beginn seiner Pressekonferenz. Auf gut Deutsch: Falls die Konjunktur der Währungsunion stark schwächele, könnte die EZB ihren Geldhahn wieder weiter aufdrehen. Das erinnerte manchen doch an den Juli 2012, als Draghi seine berühmten Worte aussprach, die EZB werde tun, „whatever it takes“, um den Euro zu retten. Wie schlimm also ist die Lage in Euroland wirklich? Die kommenden Wochen werden es zeigen. Ansonsten stellte die EZB weiter in Aussicht, die Zinsen noch bis mindestens Ende Dezember nicht anzutasten. Der Leitzins blieb wie erwartet bei 0,0 Prozent, wo er seit März 2016 verharrt.

Das bringt der Tag

Blicken wir auf die anstehenden Daten. Um 14.30 Uhr stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an, die Prognose liegt bei 209.000. Zeitgleich laufen die US-Erzeugerpreise im März über die Ticker; hier bewegt sich der Ausblick bei 0,1 Prozent. Alle terminierten Events finden Sie hier: Market Mover

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

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Super Mittwoch

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10.04.2019 – Daily report. Leichtes Plus für den DAX am frühen Super-Mittwoch. Die bullishen Anleger hoffen auf neuen Schub durch einen Strauß voller Nachrichten. Denn mit der Europäischen Zentralbank (EZB), der Federal Reserve, mit US-Konjunkturdaten und dem EU-Gipfel zum Brexit ist der Tisch für aktive Investoren reich gedeckt. CFD-Trader sollten heute ihre Handelsplattform ganz besonders aufmerksam im Auge behalten.

Weichmacher für den Brexit

Zunächst steht das britische Pfund im Devisenmarkt im Fokus. Hier scheint ein harter, möglicherweise chaotischer Abschied der Briten aus der Europäischen Union vorerst abgewendet zu sein. Die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen London auf ihrem Sondergipfel am heutigen Mittwoch wohl mehr Zeit für einen geordneten EU-Ausstieg geben. Das ging aus dem Entwurf der Abschlusserklärung hervor. Doch das hat seinen Preis: Das Vereinigte Königreich soll an der Europawahl Ende Mai teilnehmen. Wir sind gespannt, wie die Hardliner unter den Brexiteers darauf reagieren. Wann hier genau konkrete News einlaufen, war unklar.

Alles blickt auf die EZB

Ab 13.45 Uhr wird es spannend in Sachen Europäische Zentralbank. Die meldet dann das Ergebnis ihrer Ratssitzung. Eine Änderung im Leitzins von 0 Prozent erwartet kaum jemand. Und um 14.30 Uhr wird Mario Draghi der Presse erklären, ob die Geschäftsbanken mit neuen Entlastungen rechnen können. Vielleicht deutet der oberste Währungshüter sogar eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe an. Jede Überraschung dürfte für Aufregung im Euro sorgen.
Italien und Spanien stehen besonders im Fokus der EZB, weil dort die Banken schwächeln. Einen Affront für die EU-Kommission lieferte gestern schon Italien: Die Regierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich gesenkt. Sie rechnet für 2019 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,2 statt 1,0 Prozent. Zugleich erhöhte Rom seine Defizitprognose. Die erwartete Neuverschuldung wurde von 2,04 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 2,4 Prozent angehoben.

Fed und frische US-Konjunkturdaten

Dann spielt die Musik bei Dollar und US-Futures. Um 14.30 Uhr laufen die Verbraucherpreise ein und schließlich die Realeinkommen, beide für März.
Um 16.30 Uhr wechselt das Geschehen zum Energiemarkt: Dort wird die staatliche Energy Information Administration (EIA) die wöchentlichen Bestandsdaten der Rohöllager melden. Am heutigen Mittwoch sollte außerdem die OPEC ihren Monatsbericht veröffentlichen.
Auch der Abend bringt reichlich Lesestoff: Um 20.00 Uhr wird die Federal Reserve ihr Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses vom 19./20. März veröffentlichen.

Verkehrte Welt in China

Aus Asien hatte es zuvor gemischte Vorgaben für den Frankfurter Handel gegeben. Der Nikkei 225 schloss in Tokio um 0,5 Prozent tiefer bei 21 688 Punkten. Dagegen verabschiedete sich in China der Mainland-Index CSI 300 mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 4.086 Zählern. Hier deuteten die Anleger flugs negative Nachrichten in positive um: Der Automobil-Verband China Passenger Car Association (PCA) meldete den zehnten Monat in Folge ein Minus bei den Verkäufen. Zuvor war der Automarkt zwanzig Jahre lang gewachsen. Die Börsianer hoffen nun auf Kaufanreize durch den Staat und einen gigantischen Nachhol-Effekt.

Enttäuschung in New York

In den USA hatten am Dienstag die Bären das Sagen. Der Dow Jones Industrial verlor 0,7 Prozent auf 26.151 Punkte. Der S&P 500 gab um 0,6 Prozent auf 2878 Stellen nach. Und für den Nasdaq 100 ging es um 0,4 Prozent auf 7568 Zähler bergab. Den Spielverderber spielte der Internationale Währungsfonds (IWF): Er senkte seine Schätzungen für das weltweite Wirtschaftswachstum 2019 – und zwar zum dritten Mal innerhalb weniger Monate. Für 2019 geht die Organisation nur noch von einem Plus von 3,3 Prozent aus. Das sind 0,2 Prozentpunkte als im Januar.
Wir sind gespannt, wie die Wall Street auf die eintreffenden Konjunkturdaten reagiert und wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handel!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

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Stagnation überall

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09.04.2019 – Daily report. Der weltweite Aktien-Handel wartet ab. Zum einen gibt es nichts Neues in Sachen Zollstreit China-USA. Vielmehr kocht nun der Konflikt mit der EU hoch. Zum anderen quält sich der Brexit voran. Ferner stehen aktuell wenige interessante Konjunkturdaten an. Und eine echte Richtungsentscheidung für die Wall Street wird erst die Berichtssaison bringen. Somit hangelt der DAX knapp unter 12.000 Punkten.

DAX läuft seitwärts

Bleierne Zeit an der Börse: Zuletzt gab es kaum Bewegung bei den Realtimekursen auf der Handelsplattform. Der deutsche Leitindex hat sich im frühen Dienstagshandel leicht im Minus bewegt. In diesem Markt können allenfalls CFD-Trader ein wenig Geld verdienen, dem Hebel sei Dank. Die Broker warten auf interessante Neuigkeiten. Davon gab es allerdings wenige.

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Positive News Mangelware

Laut dem chinesischen Fernsehsender CCTV haben die USA und China bei ihren jüngsten Handelsgesprächen weitere Fortschritte erzielt. Die Verhandlungen sollen in dieser Woche fortgesetzt werden. Das war es schon.
Für Zurückhaltung sorgte eine Meldung in Sachen Zollstreit mit der EU: Washington nimmt wegen der Subventionen den europäischen Flugzeugbauer Airbus ins Visier. Die US-Administration veröffentlichte eine Liste mit Produkten, die als Vergeltung mit Zöllen belegt werden könnten – darunter Verkehrsflugzeuge, Flugzeug-Bauteile sowie Milchprodukte und Wein.
Skepsis herrscht in der Dauer-Misere rund um den Brexit. Die Gefahr eines chaotischen EU-Ausstieg Großbritanniens an diesem Freitag ist noch immer nicht gebannt. Wir sind gespannt auf den anstehenden Brexit-Gipfel. Immerhin: Das Pfund Sterling hat all die Kapriolen bislang weitgehend stabil und gelassen hingenommen.

Asien und New York unentschlossen

Keine echten Impulse erhielten die Anleger in Frankfurt aus Übersee. Der Nikkei 225 schloss 0,2 Prozent höher bei 21.803 Zählern. Der CSI 300 ging unverändert bei 4.059 Stellen aus dem Tag.
Ohne klare Tendenz hatte am Montagabend schon die Wall Street geschlossen. Der Dow Jones verlor 0,3 Prozent auf 26.341 Punkte. Negative Schlagzeilen machte einmal mehr die im Dow stark gewichtete Boeing-Aktie. Hier zogen die Kürzung der Produktion des 737 MAX den Kurs nach unten. Auch hat laut einer Meldung der „South China Morning Post“ die China Aircraft Leasing (CALC) nach zwei Abstürzen einer 737 Max und diversen Flugverboten die Bestellungen für den Pannenflieger auf Eis gelegt.
Für den S&P 500 ging es minimale 0,1 Prozent nach oben auf 2896 Zähler. Die Hightech-Werte im Nasdaq 100 verbuchten einen Gewinn von 0,3 Prozent auf rund 7600 Stellen. Daten aus der US-Industrie fielen aus wie erwartet: Der Auftragseingang war im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent gesunken.

Das bringt der Tag

Die Terminlage am Dienstag sieht eher spärlich aus. Um 15.00 Uhr deutscher Zeit präsentieren die Weltbank und der Internationale Währungsfonds auf ihrer Frühjahrstagung ihre Meinung im World Economic Outlook.
Spät am Abend um 22.30 Uhr meldet das American Petroleum Institute seine Bestandsdaten für die Rohöllager.
Die Bernstein Bank wünscht Ihnen erfolgreiche Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

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Säbelrasseln unter Freunden

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08.04.2019 – Special report. Das kennen wir schon: Gerade sollen die Saudis die USA wieder vor einer Anti-Kartell-Gesetzgebung gewarnt haben. Riad werde im Fall der Verabschiedung des NOPEC-Aktes den Dollar fallen lassen. Den meisten Brokern entlockt die Sache wohl nur ein Schulterzucken. Doch was, wenn diesmal der Konflikt tatsächlich eskaliert – und Petrodollars als Waffe in einem ökonomischen Krieg eingesetzt werden? Wir beleuchten die Hintergründe.

Es gibt immer ein erstes Mal

Vielleicht geht es aus wie immer: NOPEC wird verhindert, die USA einigen sich mit den OPEC-Staaten und ihren Unterstützern. Die fahren den Ölpreis nicht allzu hoch, um die US-Konjunktur und die Weltwirtschaft nicht zu abzuwürgen. Doch vielleicht landet diesmal tatsächlich ein schwarzer Schwan auf dem Parkett. Grund genug für die Bernstein Bank, sich dieser schwelenden Krise zu widmen.

Petrodollars als nukleare Option

Klar ist, dass sich die Stimmung zwischen den USA und den Saudis kontinuierlich verschlechtert hat. Vorige Woche meldete Reuters unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen aus dem Umfeld der saudischen Energiepolitik Folgendes: Saudi-Arabien habe gedroht, den Dollar fallen zu lassen. Künftig könne das Land sein Öl auch für andere Währungen verkaufen, falls die OPEC das Ziel einer amerikanischen Anti-Kartellgesetzgebung werde. Riad habe den Plan mit anderen OPEC-Staaten diskutiert und dazuhin an die amerikanischen Behörden kommuniziert. Die Saudis wüssten, dass sie den Dollar als „nukleare Option“ einsetzen könnten. Werde NOPEC verabschiedet, dann werde die US-Wirtschaft auseinander fallen.

Angst vor NOPEC

NOPEC – konkret: No Oil Producing and Exporting Cartels Act – ist eine Art politischer Zombie, der schon länger umher wandelt, aber weder endgültig gekillt noch je richtig zum Leben erweckt wurde. Der Gesetzentwurf wurde erstmals im Jahr 2000 diskutiert. Laut ihm könnten OPEC-Staaten und ihre Unterstützer in den USA wegen Kartellvergehen angeklagt werden, was Haft und Enteignungen nach sich ziehen könnte. Noch ist NOPEC also kein Gesetz. Allerdings hat der Akt unter Donald Trump und einem aufsässigen Kongress Fahrt aufgenommen: Trump hat sich zwar als Präsident noch nicht dafür ausgesprochen; doch in einem Buch aus dem Jahr 2011 hat er ihn unterstützt. US-Energieminister Rick Perry hat jedoch schon gewarnt, dass NOPEC ungewünschte Konsequenzen haben werde.

US-Treasuries als Waffe

Auch erhält wegen NOPEC das Thema Staatsanleihen neue Brisanz. Schon vor rund drei Jahren hatten die Saudis das erste Mal mit dem Treasury-Säbel gerasselt: Riad werde US-Staatsanleihen im Wert von hunderten Milliarden Dollar auf den Markt werfen, meldete die „New York Times“. Dies, falls der Kongress ein Gesetz verabschiede, laut dem die saudische Regierung vor US-Gerichten für die Attentate vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht werden könne.
Seit dem Jahr 2004 haben die Saudis laut dem Finanzblog „ZeroHedge“ ihre Bestände an US-Treasuries von quasi Null auf aktuell rund 167 Milliarden Dollar hochgefahren. Die Zahlen wurden von „Asharq Al-Awsat“ unterstützt, das ist eine der größten arabischen Tageszeitungen: Demnach hielt Saudi-Arabien bis zum August 2018 US-Treasuries im Wert von rund 165 Milliarden Dollar. Die Vereinten Arabischen Emirate brachten es auf rund 60 Milliarden Dollar. Kuwait kam auf 43 Milliarden Dollar.
Bleibt noch Russland. Laut dem russischen Medium „RT“ hat der Kreml seinen Bestand an US-Treasuries bis vergangenen November von rund 97 Milliarden auf 13 Milliarden heruntergefahren und verstärkt Gold gekauft. Der Einfluss von Moskau ist somit noch gering. Auch Venezuela und Iran, die Öl nicht für Dollars verkaufen, machen keinen großen Unterschied.

De-Dollarization und Petro-Yuan

Doch ein Affront von Saudi-Arabien und den anderen arabischen US-Verbündeten wären ein bedeutendes Signal in der De-Dollarization. Dies könnte einen Prozess in Gang setzen, bei dem Investoren weltweit von einem Crash des Dollars und Treasuries ausgehen und diesen somit verstärken. Globale führende Besitzer von amerikanischen Bonds sind übrigens noch China und Japan, die beide auch schon ihre Bestände reduziert haben: Die Volksrepublik hält noch rund 1.200 Milliarden US-Dollar, Japan etwa 1.000 Milliarden.
Da die OPEC im Zuge einer Auseinandersetzung wahrscheinlich auch die Förderung drosselt, sollten CFD-Trader zudem Commodities im Auge behalten. Außerdem gibt es schon jetzt Versuche, eine andere Währung im Ölhandel zu etablieren: Den Yuan. Auch ihn sollten Anleger nicht außer Acht lassen.

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Dämpfer zum Wochenstart

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08.04.2019 – Daily report. Kleiner Stopper für die Börsen-Bullen: Schlechte Nachrichten aus der deutschen Konjunktur und von der Autobranche haben den DAX im frühen Montagshandel ausgebremst. Der Leitindex verharrte leicht im Minus unter der Marke von 12.000 Zählern. Die Broker in Frankfurt warten auf neuen Schub durch anstehende Daten aus den USA.

Immer wieder Konjunkturangst

Wieder machte das Schreckgespenst der Rezession die Runde: Die deutschen Ausfuhren sind im Februar wegen der schwächeren Weltkonjunktur so stark gefallen wie seit einem Jahr nicht mehr. Die Exporte rutschten um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag meldete. Die meisten Analysten hatte nur ein Minus von 0,5 Prozent prognostiziert. “ Die Luft ist erst einmal raus“, kommentierte der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. “ Es besteht kaum Hoffnung, dass sich das in den nächsten Monaten ändert.“

Autobauer im Visier der EU

Im Fokus standen zudem die deutschen Autokonzerne: Die EU-Kommission verdächtigt BMW, Daimler und VW der Verstöße gegen des europäische Kartellrecht. Auch wenn es sich nicht um Preisabsprachen handelt, hätten die Autobauer den Wettbewerb bei der Verringerung von Abgasen durch Absprachen vermieden. Sie hätten Verbrauchern dadurch die Möglichkeit verwehrt, umweltfreundlichere Fahrzeuge zu kaufen.

Gemischte Signale aus Übersee

In Asien hatten die Anleger am Morgen wenig Kauflaune gezeigt. In Tokio schloss der Nikkei um 0,2 Prozent schwächer bei 21.772 Punkten. Auch der CSI 300 gab um 0,4 Prozent nach auf 4.044 Stellen.
Zuvor hatte die Wall Street noch für moderaten Rückenwind gesorgt. So schloss der Dow Jones mit einem leichten Plus von rund 0,2 Prozent auf 26.425 Zähler. Damit schaffte er in der Vorwoche einen Gewinn von 1,9 Prozent. Nun steht der Dow nur noch gut 500 Punkte unter dem Höchststand von Anfang Oktober 2018. Der marktbreite S&P 500 war am Freitag mit einem Gewinn von 0,5 Prozent bei 2893 Zählern aus dem Handel gegangen. Und der Nasdaq 100 ging mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 7579 Stellen ins Wochenende.
Angefeuert wurde der Anstieg durch die starken Daten aus dem US-Arbeitsmarkt: Im März sind außerhalb der Landwirtschaft 196.000 neue Jobs entstanden. Analysten hatten im Schnitt nur mit 177.000 neuen Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb bei 3,8 Prozent.

Öl-Hausse hält an

Allerdings stellt sich die Frage, ob nicht der Ölpreis die Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung dämpft. Denn Öl ist auf den höchsten Stand seit fünf Monaten geklettert. Der Hauptgrund dafür ist die Drosselung der Förderung in den OPEC-Staaten und den verbündeten Exportländern. Außerdem verknappen die US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela das Angebot.

Das bringt der Tag

Nun blicken die Börsianer auf den Auftragseingang für die US-Industrie, der am heutigen Montag um 16.00 Uhr gemeldet werden soll.
Fraglich ist, ob Börsianer vor der anlaufenden Berichtssaison große Position eingehen. Den Anfang unter den Blue Chips macht am Freitag vor Börseneröffnung die Großbank JPMorgan Chase.
Heute gibt zumindest Sears einen ersten Vorgeschmack auf die Lage im Retail-Sektor.
Unterdessen warnten die Marktforscher von Data Trek Research im Gespräch mit CNBC vor grausigen Quartalszahlen. Aktuell lägen die Erwartungen bei den Ergebnissen bei minus 3,9 Prozent – das wären die ersten negativen drei Monate seit dem zweiten Quartal 2016.
Warten wir es also ab – die Bernstein Bank wünscht Ihnen gute Trades!

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Abwarten ist Trumpf

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05.04.2019 – Daily report. Erstmal locker zurücklehnen: Nach dem neuerlichen Jahreshoch vom Donnerstag lassen es die Anleger an der Frankfurter Börse am Freitagvormittag gelassen angehen. Denn am Nachmittag stehen die wichtigen Arbeitsmarktdaten aus den USA an. Diese werden die US-Futures und auch den DAX potenziell kräftig bewegen. Unterstützung hat die Börse von US-Präsident Donald Trump erhalten: Er hat eine Einigung im US-Handelsstreit mit China innerhalb von vier Wochen als möglich bezeichnet. Jetzt müssen er und die Führung in Peking liefern.

DAX pendelt unter 12.000

Lethargie in Frankfurt: Der DAX hat sich im Freitagvormittag mit leichten Verlusten knapp unter 12.000 Punkten eingependelt. Die Realtimekurse auf der Handelsplattform blinkten zuletzt eher träge – Bewegung war verpönt, Ausruhen war angesagt. Kein Wunder: Am Donnerstag hatte der Leitindex erstmals seit Anfang Oktober wieder den Sprung über die Marke von 12.000 Zählern geschafft. Konkret erreichte der DAX 12.029 Zähler.

Konjunktur versus Charttechnik

Für Unterstützung sorgten am Freitag positive Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft. Die Firmen hierzulande haben ihre Produktion im Februar trotz sinkender Aufträge in der Industrie gesteigert. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,7 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium meldete.
Zwei Fakten sorgen in Bezug auf den DAX allerdings bei Freunden der technischen und der Chartanalyse für Stirnrunzeln: Zum einen ging der jüngste Anstieg nur mit niedrigen Umsätzen einher. Das heißt, das Plus ruht nur auf wenigen Schultern. Falls die ihre Meinung ändern, kann es ganz schnell abwärts gehen. Zum anderen haben wir im Kerzen-Tages-Chart der vergangenen fünf Tage nun schon zwei Gaps. Kurslücken werden normalerweise geschlossen, die Frage ist wann. Das Futter für die Bären steht also bereit.

Hoffnung auf Deal im Zollstreit

Zuletzt aber zeigten sich die meisten Broker optimistisch: Angesichts des erhofften baldigen Endes im Zollstreit zwischen den USA und China sei die Grundstimmung positiv. Trump hatte gestern verkündet, die USA und die Volksrepublik seien auf gutem Weg zu einem „großartigen Abkommen“. Auch Chinas Vize-Premierminister Liu He sprach von großen Fortschritten. Der Optimismus im Weißen Haus steckte auch die Anleger in Japan an: Der Nikkei-Index stieg am Freitag um 0,3 Prozent auf 21.793 Punkte. Die Börsen in China blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

Gewinne an der Wall Street

Die jüngste Gewinnserie in New York hatte sich somit am Donnerstag wegen des erhofften China-Deals fortgesetzt. Zudem zeigt sich der US-Arbeitsmarkt weiter robust. So ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf den tiefsten Stand seit fast 50 Jahren gefallen. Kein Wunder, dass der Dow Jones zur Schlussglocke einen Gewinn von 0,6 Prozent bei 26.385 Punkten einfuhr. Das ist der höchste Stand seit Anfang Oktober. Der S&P 500 zog um 0,2 Prozent auf 2879 Zähler an. Nur der Nasdaq 100 gab um rund 0,1 Prozent auf 7541 Zähler nach.

US-Jobdaten im Fokus

Das Beste kommt immer zum Schluss: Das Highlight der Börsenwoche wird am Freitagnachmittag der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat März. Um 14.30 Uhr wird es richtig spannend. Die Prognosen liegen bei einem Plus von 176.000 neuen Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Jede Enttäuschung dürfte die Angst vor der Rezession wieder anfachen. Jeder Übererfüllung dürfte den Bullen neue Kraft verleihen. Die Bernstein Bank wünscht Ihnen, dass Sie sich mit Ihren CFD-Trades auf der richtigen Seite platzieren!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

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Dämpfer aus der Industrie

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04.04.2019 – Daily report. Kurzes Abtauchen nach dem Höhenflug: Der DAX ist im Vormittagshandel am Donnerstag ein wenig in den Süden eingeschwenkt. Nach dem neuen Jahreshoch vom Vortag hingen vor allem unerfreuliche Meldungen aus der deutschen Konjunktur wie ein Stein am Leitindex. Vielleicht sorgen ja News zum erhofften Deal im chinesisch-amerikanischen Zollstreit für neuen Schwung.

DAX pendelt über 11.900

Eine kleine Verschnaufpause hat sich der DAX durchaus verdient: Gerade hat der deutsche Leitindex mit 11.961 Punkten den höchsten Stand seit Anfang Oktober markiert. Zuletzt hielt sich der DAX mit einem minimalen Verlust aber immer noch über der Marke von 11.900 Zählern. Für Aufsehen sorgte ein Bericht der „Financial Times“, die italienische Unicredit bereite ein Übernahmeangebot in Milliardenhöhe für die Commerzbank vor. Der Finanzkonzern stehe bereit, falls die Fusionsverhandlungen zwischen Commerzbank und Deutsche Bank scheitern sollten.

Auftragsrückgang in der Industrie

Unerwartet schlechte Nachrichten trafen aus der deutschen Industrie ein: Im Februar musste sie den stärksten Auftragseinbruch seit mehr als zwei Jahren hinnehmen. Das Neugeschäft schrumpfte vor allem wegen der flauen Nachfrage aus dem Ausland um 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Schon im Januar waren die Aufträge um 2,1 Prozent gesunken.

Immer wieder Zollstreit

Für Kauflaune an der Börse könnten wieder konkrete Signale zu einer Einigung im Zollstreit zwischen China und den USA sorgen. Am heutigen Donnerstag ist ein Treffen zwischen US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Vizeministerpräsidenten Liu He geplant. Die Unterredung war für 16.30 Uhr Ortszeit im Weißen Haus terminiert.
Gestern Abend sorgte die Meldung für Freude, Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow habe Zuversicht für eine Lösung des Handelsstreit demonstriert. Laut CNBC sagte er, dass China bei den Top-Themen Diebstahl von intellektuellem Eigentum, erzwungenem Technologie-Transfer und Cyber-Sicherheit eingelenkt habe. Die „Financial Times“ hatte zuvor schon berichtet, ein Deal sei zu 90 Prozent in trockenen Tüchern.
Entsprechend griffen die Anleger am Donnerstag in China zu: Der CSI 300 gewann 0,5 Prozent auf 4.042 Punkte. In Japan zeigten sich die Broker vorsichtiger, der Nikkei schloss unverändert bei 21.719 Zählern.

Wall Street leicht im Plus

In New York hatten sich die Börsianer am Mittwoch angesichts der News zum China-Deal verhalten mit Aktien eingedeckt. Der Dow Jones Industrial stieg zum Schluss um 0,2 Prozent auf 26.218 Punkte. Der S&P 500 gewann ebenfalls rund 0,2 Prozent auf 2873 Zähler. Und der Nasdaq 100 stieg sogar um 0,6 Prozent auf 7545 Zähler.

Und das obwohl, US-Konjunkturdaten enttäuschten: So stieg die Beschäftigung in der Privatwirtschaft im März überraschend schwach an. Im Service-Sektor hatte sich die Stimmung deutlicher eingetrübt als erwartet. Alle Konjunkturdaten zum Nachlesen finden Sie hier: Market Mover

Das bringt der Tag

Nun warten wir gespannt auf hoffentlich bald eintreffende Details zum chinesisch-amerikanischen Zollabkommen.
Vorher wird die Europäische Zentralbank um 13.30 Uhr das Protokoll der geldpolitischen Sitzung vom 07. März veröffentlichen.
Um 14.30 Uhr blicken die Broker gespannt auf die US-Futures, denn dann laufen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ein.
Für Freunde des Kanada-Dollars wird es um 16.00 Uhr interessant: Dann läuft der Ivey Einkaufsmanagerindex für März über die Bildschirme.

Die Bernstein Bank wünscht Ihnen viel Erfolg mit Ihren Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

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DAX erobert neues Jahreshoch

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03.04.2019 – Daily report. Einmal mehr schieben News aus China die Kurse an: Der DAX hat am Mittwochvormittag ein neues Jahreshoch markiert. Ein Schubfaktor war die gute Laune im chinesischen Dienstleistungssektor. Zum anderen soll laut einem Pressebericht ein Abkommen im Zollstreit zwischen China und den USA unmittelbar bevor stehen.

Kräftiges Plus in Frankfurt

Der deutsche Börsenindikator verbuchte im frühen Handel ein Plus von über 1 Prozent und erreichte im Hoch die Marke von 11.925 Punkten. Applaus spendeten die Broker vor allem einem Artikel aus der „Financial Times“: Demnach sind im amerikanisch-chinesischen Zollstreit die meisten Punkte geklärt. Offen sei derzeit vor allem noch die Frage, wie schon eingeführte Zölle der USA auf chinesische Produkte wieder aufgehoben werden. Insgesamt sei aber eine Einigung in Sicht. Beide Seiten stünden kurz davor, ein Abkommen zu schließen. Die FT bezog sich auf mit dem Verhandlungsstand vertraute Personen.

Service-Sektor in China optimistisch

Außerdem liefen gute Konjunkturnachrichten aus China über die Bildschirme. Nachdem am Montag schon frohe Kunde aus der Industrie die Hoffnung auf eine Wende in der Volksrepublik angefeuert hatte, legte nun der Dienstleistungssektor nach. So kletterte der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex für die Service-Branche auf 54,4 Punkte. Das ist der höchste Stand seit 14 Monaten. Im Februar hatte der Index noch 51,1 Punkte markiert. Über 50 Punkten zeigt der Index Wachstum an. Die Manager signalisierten sowohl eine höhere Nachfrage aus China als auch aus dem Ausland.

Broker in Asien in Kauflaune

Kein Wunder, dass angesichts der guten News die Anleger in Asien zugriffen. Wegen der Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung der gesamten Region und der ganzen Welt waren vor allem zyklische Werte wie Reeder oder Maschinenbauer gefragt. Der Nikkei schloss am Mittwoch mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 21.676 Zähler, der chinesische CSI 300 gewann 0,4 Prozent auf 3.986 Stellen.

Gemischte Signale aus New York

Vor dem Eintreffen der China-Nachrichten hatte sich die Wall Street ohne eindeutige Tendenz präsentiert. Schwache Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter dämpften die Stimmung. Der Dow Jones verlor am Dienstag zur Schlussglocke 0,3 Prozent auf 26.179 Punkte. Der marktbreite S&P 500 verabschiedete sich prozentual unverändert bei 2867 Zählern. Allerdings eroberte der Nasdaq 100 seinen höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Knapp unter dem Verlaufshoch ging er mit plus 0,3 Prozent bei rund 7500 Zählern aus dem Tag.

Das bringt der Tag

Bleibt die Frage, ob die Börsianer in New York bei einem Eintreffen der finalen, offiziellen Nachricht zum Zollabkommen zwischen China und den USA erst einmal Kasse machen. Da der Deal derartige Vorschusslorbeeren erhalten hat, wäre ein Sell the News nichts Ungewöhnliches.
Allerdings werden auch Konjunkturnachrichten die Kurse von Aktien und Anleihen bewegen. So steht um 14.15 Uhr der ADP-Arbeitsmarktbericht für März in den USA auf dem Terminplan; Prognose: 221.000.
Um 16.00 Uhr folgt der ISM-Einkaufsmanager-Index für Dienstleistungen in den USA. Prognose: 58,7.
Und letztlich laufen um 16.30 Uhr die US-Rohöllagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration (EIA) über die Bildschirme. Prognose: Ein Minus von rund 3,4 Millionen Barrel.
Alle wichtigen terminierten Ereignisse finden Sie hier: Market Mover
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Frankfurt börse

Verschnaufpause in Frankfurt

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02.04.2019 – Daily report. Die Anleger an der deutschen Börse atmen erst einmal durch. Nach dem starken Wochenstart verdauen sie die Gewinne. Der DAX pendelt unentschlossen. Zwar sind am heutigen Dienstag nicht viele terminierte marktbewegende News zu erwarten. Dennoch sollten Sie wegen der Zollverhandlungen zwischen China und den USA ihre regelmäßigen Marktupdates im Auge behalten.

Ruhiger Handel

An solch einem unspektakulären Tag haben allenfalls Profis ihre Freude, die CFD einsetzen – denn sie können auch mit kleinsten Kursbewegungen gutes Geld verdienen. Im weltweiten Handel herrschte überwiegend Stillstand. Viele Broker warteten an der Seitenauslinie. So pendelte der DAX am Vormittag weitgehend unverändert an der Marke von 11.700 Zählern umher.

DAX hängt unter der 200-Tage-Linie

Und das hat seinen guten Grund: Viele Anleger blicken wie hypnotisiert auf die leicht abwärts verlaufende 200-Tage-Linie. Die schwebt aktuell bei 11.716 Punkten. Und siehe da: Schon gestern fungierte die Markierung als Widerstand. Wenn Sie sich die Kerzen im Tageschart ansehen, dann erkennen Sie, dass der Aufstieg ziemlich genau an der 200-Tage-Linie endete. Der DAX hat übrigens mit dem starken Auftritt gestern noch ein weiteres interessantes Chartsignal ausgesandt. Roundabout zwischen 11.750 und 11.600 klafft eine kleine Kurslücke. Diese Lücke könnte normalerweise kurzfristig wieder geschlossen werden.

Kein Schub aus Asien und London

Zuletzt jedenfalls blieben Schubfaktoren aus. Eine Lösung im Brexit-Streit gibt es nicht. Das britische Parlament hat einmal mehr allen Alternativen zum Brexit-Deal von Premierministerin Theresa May eine Absage erteilt. In Asien hatten die Anleger ebenfalls abgewartet: Der Nikkei schloss unverändert bei 21.505 Punkten. In China gab der CSI300 um 0,3 Prozent ab auf 3.962 Stellen. Jeder Halbsatz aus den Verhandlungsdelegationen im chinesisch-amerikanischen Zollstreit kann hier und an den weltweiten Finanzmärkten die Kurse kräftig bewegen.

Wall Street enorm fest

Die Börse in New York hatte sich am Montag sehr fest präsentiert. Denn die Stimmung in der US-Industrie hatte sich im März überraschend deutlich verbessert. Außerdem waren im Februar die Bauausgaben stärker als erhofft gestiegen. In der Volksrepublik China hatten zuvor Stimmungsdaten überzeugt – und zwar sowohl aus kleinen und mittelgroßen, meist privaten Industriebetrieben als auch von großen Staatskonzernen. Alle Daten zum Nachlesen sehen Sie hier: https://bernstein-bank.com/de/research/#Market
So schloss der Dow Jones gestern 1,3 Prozent fester bei 26.258 Punkten. Der S&P 500 kletterte um 1,2 Prozent auf 2.867 Zähler. Beide Indizes erreichten damit den höchsten Stand seit Oktober 2018. Der Nasdaq Composite legte um 1,3 Prozent zu auf 7.828 Punkte. Auch hier ein kurzer Blick in die Basics der Charttechnik: Alle drei Indizes haben mit den gestrigen Bewegungen Lücken im Chart gerissen. Die sollten Sie im Auge behalten. Wie es hier weitergeht, könnte sich um 14.30 Uhr deutscher Zeit entscheiden: Dann wird die Kernrate für den Auftragseingang langlebiger Güter im Februar gemeldet; Prognose: 0,2 Prozent.

Hausse bei Erdöl

Bleibt ein kurzer Schlenker zum Ölmarkt. Analog zu den Weltbörsen hat der Ölpreis haussiert. Das schwarze Gold hat sich im ersten Quartal um 33 Prozent verteuert. Parallel zu den konjunkturellen Erholungssignalen aus China spielte hier die rückläufige Zahl der US-Ölbohrlöcher eine Rolle. Und natürlich die Förderkürzung der OPEC. Heute Abend um 22.30 Uhr wird der Bericht des American Petroleum Institute Aufschluss über die Bestände in den USA geben. Wir wünschen viel Erfolg bei Ihren Trades!

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Showdown bei der türkischen Lira

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01.04.2019 – Special report. Die Regionalwahl in der Türkei ist gelaufen, jetzt reagiert der Finanzmarkt. Ankara hat das Vertrauen komplett zerstört. Die Frage ist, ob die türkische Zentralbank die Stütze der Lira aufgeben muss. Ein Ausverkauf scheint mehr als möglich. Außer, das Land am Bosporus reformiert sich und kehrt zu seiner einstigen wirtschaftlichen Stärke zurück.

Erste Warnung von Moody‘s

Nach der Wahl verlor die türkische Lira nur moderat, die Frage ist, ob es dabei bleibt. Einen Warnschuss feuerte die Rating-Agentur Moody’s ab: Laut einer Meldung von CNBC am Montag beschwerte sich die Agentur über den Einsatz der bedenklich geschrumpften Forex-Reserven zur Stütze der Lira durch die türkische Zentralbank. Das Vorgehen unmittelbar vor den Regionalwahlen habe die Zweifel an der Unabhängigkeit der Währungshüter verstärkt. Das Urteil von Moody’s: „Credit Negative“.

Fehde gegen Investoren

Die Wahl am gestrigen Sonntag hat dem Autokraten Recep Tayyip Erdogan somit nicht nur einen Denkzettel gebracht – so verlor seine AKP in der Hauptstadt Ankara das erste Mal seit 25 Jahren. Erdogan hat auch internationale Investoren verärgert. Eine Woche vor der Kommunalwahl hatte er gewettert: „Wer gegen unsere Währung wettet, zahlt einen hohen Preis.“ Kurz darauf meldete die türkische Regulierungs- und Aufsichtsbehörde, dass sie gegen mehrere Banken ermittele, die short in der türkischen Lira investierten; darunter seien auch zwei Banker von JP Morgan in der Türkei.

Lira-Short-Squeeze

Am Dienstag voriger Woche schließlich ritt die Türkei eine nie dagewesene Attacke auf Shorts. Die Overnight-Swap-Rate schoss auf horrende 1338 Prozent empor. Die Leihe von Lira wurde somit unbezahlbar. Banker und Analysten berichteten, kein einziger türkischer Geldgeber habe auch nur eine Lira verleihen wollen. Trotz Dementis des türkischen Bankenverbandes ging der Finanzmarkt von einer Order aus Ankara aus. Broker sprachen vom finanziellen Selbstmord der Türkei. Nach dem Donnerstag voriger Woche rutschte die Swap-Rate wieder auf die üblichen Level von bis zu 40 Prozent ab. Der Markt in London war aufgetaut, Ankara musste kapitulieren.

Forex-Reserven verbrannt

Am vorigen Donnerstag dann der von Moody’s angesprochene Schock: Die türkische Zentralbank meldete ein Abrutschen ihrer Bestände an Gold und harten Devisen zum 22. März auf 24,7 Milliarden Dollar. Die Woche zuvor waren es noch 28,5 Milliarden gewesen. Die Lira tauchte umgehend ab. Die „Financial Times“ vermutete, dass die Türkei alleine im März rund ein Drittel ihrer Forex-Bestände verbrannt hat, um die Lira zu stützen.
Der Gouverneur der türkischen Zentralbank, Murat Cetinkaya, versuchte noch die Wogen zu glätten. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sagte er, die Netto-Reserven an ausländischer Währung hätten in den letzten März-Tagen wieder um 2,4 Milliarden Dollar zugelegt. Das Finanzblog „ZeroHedge“ vermutete, dies liege an einem simplen Bilanztrick: In den Tagen vor der Wahl hatten die staatlichen Behörden das Mindesteinlage-Limit für Forex-Lira-Swaps von 10 auf 30 Prozent erhöht.

Flucht aus türkischen Assets

Die Short-Attacke setzte die Axt an den Kaufwillen der Investoren. Türkische Staatsanleihen und Aktien wurden auf den Markt geworfen. Die Kosten für fünfjährige Credit Default Swaps lagen zuletzt nur in der Ukraine, Argentinien und im Libanon höher. Das Vertrauen ist angesichts der Dauer-Wirtschaftsmisere sowieso schon lädiert: Von Februar 2018 bis Februar 2019 stiegen die Preise in der Türkei um rund 19,7 Prozent. Die Arbeitslosenrate liegt bei 13 Prozent, die Leitzinsen bei 24 Prozent. Darlehen lassen sich kaum noch bezahlen, die Menge fauler Kredite bei türkischen Banken steigt.

Reform oder finale Kapitulation

Fragt sich, wann auch die letzten hartgesottenen Long-Anleger das Land verlassen. Alleine die horrende Volatilität über alle Assets dürfte das Land als nicht investmentfähig klassifizieren. Ein Argument allerdings spricht für die Erholung der Lira: Türkische Unternehmen haben eine Menge Schulden in Dollar aufgenommen. Sollte die Lira zu weich werden, wird der Schuldendienst unbezahlbar. Ankara muss somit die Lira zu retten. Oder endlich Reformen durchziehen. Früher hatte das Billiglohn-Land von der Produktion günstiger Exportgüter profitiert – so ist die Textilindustrie im Euroland Griechenland vernichtet, während sie in der Türkei boomt.

Drohende Ansteckung

Die Ansteckungsgefahr für Märkte wie Brasilien oder Indonesien ist wegen der Türkei-Krise groß. Schwellenländer-Fonds dürften wegen der Türkei Assets in anderen Emerging Markets abstoßen, um ihren gesamten VAR (Value at Risk) herunter zu fahren. Seit die Federal Reserve die US-Leitzinsen leicht angehoben hat, fließt sowieso verstärkt Kapital aus riskanten Märkten in die Vereinigten Staaten.

Erholung oder finaler Lira-Schock?

Anleger warten nun auf Signale für eine Besserung. Die Lira ist der Indikator dafür. Sie hat seit der vorigen Krise im Sommer 2018 rund 30 Prozent ihres Wertes verloren. In den abgelaufenen fünf Jahren steht sogar ein Minus von rund 63 Prozent in den Büchern. Offenbar befürchten selbst die Türken einen Absturz der Lira auf die Krisen-Level vom vorigen Sommer: Heimische Anleger halten laut Daten der Zentralbank inzwischen rund 176 Milliarden Dollar an Devisen. Wir sind gespannt, wie es bei der türkischen Lira weitergeht – und wünschen Ihnen viel Erfolg in Ihren Trades!

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CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 68% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.