Die bitteren Lehren aus der Corona-Krise

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23.03.2020 –Special Report. Blick zurück nach vorn: Genau heute vor zwei Monaten, am 23. Januar, hat Peking die Quarantäne über die chinesische Millionen-Metropole Wuhan verhängt. Zwei Monate, in denen die Welt und der Finanzmarkt durch die Corona-Hölle gingen und gehen. Wir analysieren, was wir aus dieser nie dagewesenen Episode für das richtige Leben und für die Börse lernen können.

Versagen der politmedialen Elite

Für uns gilt: Nicht alle haben ihren Job so erledigt, wie es ihre Pflicht gewesen wäre – allen voran Politik und Mainstream-Medien. Informieren Sie sich deshalb besser über kleine Dissidenten-Medien, Finanzpublikationen, ausländische Blätter und bei den großen Akteuren der Wall Street – die spüren an der Börse sofort, wenn sie falsch liegen und analysieren daher schonungslos. Während das von uns hoch geschätzte Blog ZeroHedge beispielsweise schon ab Ende Januar häufiger über Wuhan berichtete – und wir dies auch aufnahmen – herrschte hierzulande lange Zeit Verharmlosung und Wegducken.
Beispiel Frankreich: Die frühere französische Gesundheitsministerin Agnes Buzyn sagte jüngst „Le Monde“, sie habe schon am 30. Januar Premier Edouard Philippe vor einem drohenden Tsunami gewarnt. Nun haben drei Ärzte deswegen Buzyn und Philippe verklagt, wie RT News berichtete.
Oder der lange ignorierte deutsche Notfallplan zur Schweinepest. Dito die Frage der offenen Grenzen. Offenbar hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) am 15. März im Alleingang und an der Kanzlerin vorbei die Grenze geschlossen, wie in Berlin hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird. Bis dahin wurde im Staatsfunk weiter der Religion der Offenheit gehuldigt; dito bei den großen Verlagen, denen die Leser weglaufen – sie erhalten in Kürze Geld aus dem GEZ-Topf. Die USA hatten übrigens schon sechs Wochen zuvor alle Einreisen aus Krisenregionen gestoppt.

Deshalb Nord-Italien

Ein weiteres mediales Versäumnis ist die allzu oft verdrängte Antwort auf die Frage, warum es ausgerechnet Nord-Italien so schwer getroffen hat. Die plausibelste Erklärung: Die Verdrängung der italienischen Textil-Industrie durch kleine chinesische Sweat-Shops – tausende Chinesen fertigen seit Jahren rund um Florenz für Hungerlöhne Kleidung und Schuhe. Darauf hingewiesen hat etwa das österreichische Industriemagazin hier : Wochen zuvor berichtete die „New York Times“ darüber: The Chinese Roots of Italy’s Far-Right Rage. Und vor Jahren schon die BBC The Italian fashion capital being led by the Chinese.

Fünf Phasen einer Panik

Bleiben wir bei der Frage, wie es besser laufen sollte, damit Ihr Leben und Ihre Investments ruhiger verlaufen. Eine schöne Antwort darauf lieferte jüngst Focus.de mit einem Artikel, der vom Börsenportal Stockstreet übernommen wurde. Autor Sven Weisenhaus identifizierte demnach fünf Phasen einer Panik.
Phase 1 – Schockstarre und Verleugnung. So stiegen an der Börse die Kurse nach den ersten News über Corona erst einmal weiter an. Die lesenswerte Timeline finden Sie übrigens hier :Bestimmt erinnern Sie sich an Aussagen aus dem eigenen Bekanntenkreis wie „das ist nur eine Art Grippe“. In Phase 2 – die eigentliche Panikreaktion erlebt der Markt den ersten Ausverkauf. Solche Panikphasen dauerten einen Tag bis Wochen. In Phase 3 – Erschöpfung und das verfrühte Aufatmen führe der Stress führt zu einer tiefergreifenden mentalen Erschöpfung. Neue Nachrichten führten irgendwann nicht mehr zu noch größerer Panik. In dieser Phase stiegen viele Anleger wieder in die Märkte ein – die Folge: dynamische Gegenbewegungen. Wir meinen: Wir stehen bestenfalls in einer Übergangszeit zu Phase 3. Vielfach herrscht im öffentlichen Leben noch der Glaube vor, mit einer begrenzten, kurzen Kontaktsperre sei die Pandemie bald erledigt.
Dann folgt laut Stockstreet Phase 4 – die realistische Einschätzung und die langfristigen Folgen. Phase 4 sei geprägt von wieder fallenden Kursen, sie könne wenige Wochen bis Monate dauern – manchmal sogar Jahre. Schließlich folge Phase 5 – Kapitulation und Resignation. Der Autor schreibt: „Meist kommt es nach längeren Kursverlusten zu einem Sell-Off, einem finalen Ausverkauf.“

Noch lange keine Kapitulation

Doch wir stehen wohl noch lange nicht vor der Kapitulation. So äußerte sich zumindest Scott Minerd, Chief Investment Officer bei Guggenheim Partners. Laut „Marketwatch“ warnte er, dass Investoren noch immer Hoffnung hätten und aushalten würden – ein Zeichen dafür, dass das Schlimmste noch nicht vorbei ist. Minerd betonte, sowohl die US-Regierung als auch die Federal Reserve müssten noch weit mehr tun, um die Brüche im Finanzmarkt und die volkswirtschaftlichen Schläge abzufedern. Und weiter: „The turmoil we are seeing right now is the result of the unwinding of this leverage.“ Das Fazit aus alledem: Erst wenn die Money Manager an der Wall Street das Handtuch werfen, werde der Markt sein Tief finden.
Auch im richtigen Leben ist noch wenig von Kapitulation zu spüren, wie Sie an den idiotischen Corona-Partys und an Hoffnungen erkennen, dass bestimmt alles in wenigen Wochen vorbei sei.

So erkennen Sie den Boden

Goldman Sachs meldete gerade sechs Faktoren, an denen Sie das Market-Bottom erkennen. Darunter etwa eine Stabilisierung und eine Abflachung der Infektionsraten in den USA und in Europa. Ferner müsse sich die Rezession in die volkswirtschaftlichen Daten vorgearbeitet haben. Zudem werde erst dann alles besser, wenn ein großer, globaler Stimulus greife. Und der Finanzmarkt müsse wieder genug Geld für Investments vorhalten. Weiter zeige sich am Ende eine absolute Unterbewertung von Assets.
Wir ergänzen: Eine solche totale Kapitulation dürfte sich auch im richtigen Leben zeigen. Wenn nach Monaten der Quarantäne den Leuten die Decke auf den Kopf fällt, wenn es zu Plünderungen und Straßenschlachten kommt und die Armee die Straßen sichert. Wenn vielleicht der Staat den Notstand ausruft – und diesen dramatisch mit dem Heulen der Sirenen aus dem Kalten Krieg einleitet. Kurz: Wenn die Verzweiflung im Land mit Händen zu greifen ist – dann werden die Kirchen werden vielleicht die Glocken läuten, um den Menschen ein wenig Mut zu machen.
So weit der Versuch, das Undenkbare zu denken. In diesem Sinne freuen wir uns, dass Sie als Trader auch short gehen können, um Ihr Vermögen zu sichern Wir hoffen auf bessere Zeiten und auf ein Gegenmittel – die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!


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