Das steckt hinter dem BTC-Schock

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7.12.2021 – War es das jetzt mit der Korrektur? Bitcoin ist in wenigen Tagen bis auf rund 46.000 Dollar abgestürzt. Jetzt läuft die Erholung. Wie es aussieht, hatte der Absturz seinen Ursprung in Übersee. Der Grund war wohl eine Fehlinterpretation des ungewöhnlichen US-Arbeitsmarktberichtes. Wir beleuchten die Hintergründe.  

Blick zurück nach vorn: Am Freitag schien die Welt für die BTC-Bullen noch in Ordnung und Bitcoin verharrte ruhig bei rund 57.000 Dollar. Dann ging es ab. Ein satter Flash-Crash von rund 20 Prozent. Kleiner Blick auf die Chartanalyse-Basics: Das Asset durchstieß kurz die 200-Tage-Linie, um dann wieder nach oben zu schnellen. 

Margin-Call-Massaker 

Am frühen Samstagmorgen in den normalerweise stillen Stunden des asiatischen Handels, sind massenhaft Momentum-Chaser implodiert – und BTC rauschte nach unten. Vijay Ayyar, Chef für die Region Asien-Pazifik bei der Crypto-Börse Luno, sagte im Gespräch mit Bloomberg, stark geleveragte Käufer seien aus dem Markt gespült worden. Und die Datensammler von Coinglass meldeten am Samstag, dass in den vergangenen 24 Stunden über 400.000 Crypto-Accounts im Wert von 2,6 Billionen Dollar liquidiert wurden. Zum Vergleich: Die aktuelle Zahl liegt bei gut 60.000 geschlossenen Konten. 

Seltsamer US-Jobbericht 

Der Übeltäter war der bizarre US-Jobbericht vom Freitag: Zum einen hatten US-Arbeitgeber im November nur 210.000 neue Jobs geschaffen, Analysten hatten 550.000 erwartet. Scheinbar eine Katastrophe. Wer nur auf diese Zahl geschaut hat, dürfte sich gedanklich vom Tapering verabschiedet haben – mehr Billiggeld, mehr Inflation. Und ist wohl verstärkt Long-Positionen auf Pump eingegangen. 

Aber: Die offizielle Arbeitslosenrate sank von 4,6 auf 4,2 Prozent. Starke Wirtschaft also, Schließung der Geldschleusen. Bearisher Faktor für Cryptos. Bullenfalle. 

Des Rätsels Lösung: Das US Labor Department erstellt ZWEI Studien – eine mit Daten von den Arbeitgebern, eine direkt von den Haushalten. Und letztere erzählt eine positive Story über die Wirtschaft. Offenbar haben mehr Leute als Freelancer und Selbständige ein Auskommen gefunden. Während die Firmen – vielleicht wegen der ganzen Diskussion um die Corona-Impfpflicht – noch nicht wie erhofft einstellen. 

Buy the dip 

Das Fazit: Wir vermuten, dass durch den bizarren US-Arbeitsmarktbericht eine Menge Trader gekillt wurden, die auf Pump stark gehebelte Long-Positionen aufgebaut hatten. Die langsame Gegenbewegung lässt vermuten, dass nun wieder verstärkt Schnäppchenjäger eingestiegen sind. Allem Tapering zum Trotz. Laut einer Untersuchung von UBS deckten sich vor allem ganz kleine Trader, Crypto-Börsen und auch große Wale ein, um den Dip zu kaufen.  

Grayscale Investments aus New York steuerte eine andere, passende Zahl bei: Demnach haben 55 Prozent seiner befragten Anleger in den vergangenen zwölf Monaten erstmals in Bitcoin investiert. Haben einige dieser Neulinge die Nerven verloren? Wer weiß. Dabei ist die Mehrheit der Neueinsteiger laut Grayscale langfristig orientiert. Vielleicht haben einige jetzt den Dip gekauft. Passend dazu meldete sich ein prominenter Käufer: Nayib Bukele, Präsident von El Salvador, deckte sich flugs ein und schaffte es, fast am Zwischentief zuzugreifen. Wir behalten die Angelegenheit für Sie im Blick!

 


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