Die Fed hält den Markt im Griff

11.01.2022 – Die Woche hat für Bullen nicht wirklich optimal begonnen. Weiter kursiert die Angst vor einem Tightening der Federal Reserve. Und auch die US-Politik spielt eine Rolle. Lassen wir einen Bären eine mögliche Erklärung zum Geschehen liefern.

Rendite der Treasuries steigt

Am Montag zog die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen auf ein Zweijahreshoch von 1,8064 Prozent an. Der S&P 500 tauchte ab bis auf die 50-Tage Linie, die zuletzt bei 4.677 Punkten verlief. Vor dem neuen Consumer Price Index am Mittwoch hielten sich viele Anleger erstmal zurück. Wir hatten ja schon vermutet, dass die Zinsangst den Markt weiter im Griff hält. Nicht nur wir: Am Wochenende lieferte Eric Peters, Chief Investment Officer beim Hedge Fonds One River Asset Management, einen düsteren Ausblick.

Angst vor der Überreaktion

Peters befürchtet, dass die Fed überreagiert – schließlich habe die Notenbank ein Jahrzehnt lang die Deflation bekämpft. Entsprechend fehle ihr die Erfahrung bei der Inflation. “Financialization of the economy is so extreme that it doesn’t take many rate hikes to have a meaningful effect on the economic system anymore.” Der Hedge-Fonds-Manager fuhr fort: “When you financialize your economy, and it is leveraged to your financial system as it is in the US, then you don’t need much tightening to slow the economy.”

Kräftige Vola voraus

Der Experte von One River Asset Management traut dabei der Fed nicht das Management der Erwartungen im Markt zu: “When your economy becomes a casino, players in the casino have outsized control over the economic system in that their forward expectations and bets start the tightening process before the actual rate hikes begin.”

Alles in allem sieht der Hedge-Fonds-Experte schwarz für dieses Jahr:  “This year will be messy, volatile, far sloppier than previous years. (…) First the market must adjust to the shift in the Fed’s stance, which will punish the most speculative corners of the financial system. (…) But that phase is well underway. The least profitable tech stocks excluding the FAANGs have been savaged. (…) This year, or at least this quarter, will be all about rotation, and beneath the averages there will be further carnage.”

Sektor-Rotation

Wir meinen: Eine solche Sektor-Rotation, in der nur die stärksten überleben, dürfte vor allem bei den Hightech-Indizes stattfinden. Denn an der Nasdaq sitzen eben viele Firmen, die noch keine Gewinne machen und die extrem empfindlich auf Zinsspekulationen reagieren. Abgesehen davon wird eine erhöhte Volatilität natürlich die Trader freuen. Sofern sie nicht long in E-Devisen gegangen sind – Ether hat in wenigen Tagen mehr als 20 Prozent vom Hoch verloren. Bei höheren Zinsen werden Cryptos eben nicht mehr als Inflationshedge gebraucht.

Drohendes politisches Beben

Für das nächste Jahr hat Peters noch mehr Futter für die Bären parat: “Then next year we will enter a political dynamic unlike anything we’ve seen in a 100yrs. (…) Now it is obvious that we are headed toward a catastrophic political collision. It’s so obvious but few people want to really admit it.” Merke: Sollten die Republikaner bei den Midterms im November die Mehrheit im Kongress übernehmen, dürfte Sleepy Joe Biden vor einem Impeachment-Verfahren stehen. Mögliche Themen: Käuflichkeit durch China; mehr Corona-Tote als unter Donald Trump; Versagen beim Truppenabzug aus Afghanistan; Amtsunfähigkeit durch Senilität; explodierende Gewalt in den von den Dems regierten Großstädten durch „Defund the Police“. Und da der Kongress die Budget-Hoheit hat, könnte Amerika im nächsten Jahr politisch ziemlich gelähmt werden. Unser Fazit: Auch wir halten die beiden Themen – Fed und Midterms – für zwei der wichtigsten Themen in diesem Jahr. Ob long oder short – die Bernstein-Bank wünscht viel Erfolg!

 

 


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