Hedge Fonds schießen Kakao ab

19.02.2024 – So schnell kann’s gehen: Nach einer heftigen Rallye hat Kakao genau so heftig korrigiert. Wir beleuchten die Hintergründe. So viel vorab: Hier waren große spekulative Adressen am Werk.

Das „Bullish Beast“ ist erlegt: Nach einem massiven Anstieg ist die Kakao-Hausse in sich zusammengebrochen. Hier der Tageschart. Noch ein wenig Chartanalyse: Sehr schön ist die Konsolidierung und dann der Durchbruch im absteigenden Dreieck zu erkennen.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

Die Angelegenheit ist ein typisches Beispiel dafür, was passiert, wenn große Adressen einen engen Markt stürmen. Schon die kleinste Stimmungsänderung ist dann das Signal zu einem brutalen Ausverkauf.

Stampede der Schoko-Bullen

Noch zum Wochenende hatte die „Financial Times“ dies gemeldet: „Hedge fund stampede into cocoa futures fuels record price jump“. Weiter hieß es: „Speculative traders have amassed a $8.7bn bet on further gains, the largest ever.“ Seit Ende des vergangenen Jahres seien massiv Fonds in den Markt geströmt. Wir ergänzen: Diese Bewegung sieht man sehr schön oben am anziehenden Chart. Laut der Commodity Futures Trading Commission war der Zufluss von rund 9 Milliarden Dollar in Kontrakten in London und New York der größte, der jemals registriert worden war. Und so erklomm Kakao einen neuen Preisgipfel, der rund doppelt so hoch war wie noch vor einem Jahr.

Witterung und Hedge Fonds

Die Hedge Fonds hätten die witterungsbedingte Rallye kräftig angeheizt, hieß es bei der FT weiter. Das Blatt zitierte Martijn Bron, der bis 2022 der Global Head im Kakao- und Schokoladen-Trading für den Schoko-Giganten Cargill war: Die Fonds hätten die “biggest risk exposure to cocoa that they’ve ever had”. Und weiter: “Hedge funds are not the cause of the rise, but in a lower liquidity market environment, they can amplify fundamentally justified market moves to extreme levels.”

Auch Justin Grandison, Director der Cocoa Brokerage bei der ABN AMRO Bank, konstatierte im Gespräch mit der FT “an influx of money into soft commodities”. Einige dieser Fonds seien nach sechs bis acht Jahren in den Markt zurückgekehrt. Viele davon setzten stark auf Algorithmen, um Markttrends zu analysieren. Wir meinen: Damit haben die Computer den Trend verstärkt. “Various speculative traders that have not been trading cocoa for a long time have now jumped in,” ergänzte auch Harold de Boer, Managing Director bei Transtrend, einem quantitativ ausgerichteten Hedge Fonds in Rotterdam.

Nachfrage-Sorgen

Und dann kam der Berg ins Rutschen: Laut „Barchart.com“ machten sich zuletzt verstärkt Sorgen auf dem Parkett breit, dass die hohen Preise die globale Nachfrage abwürgen werden. Dies habe zu einer Welle an Long-Liquidationen im überkauften Terrain geführt. Soll heißen: Einige Bullen haben ihre ersten Verluste gekappt und damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Wobei wir uns schon fragen, ob nicht einige große Adressen mit Short-Positionen und gezielten Verkäufen den Preis über die Klippe geschubst haben.

Unser Fazit: Wir sind gespannt, ob das nur eine kurze Korrektur war, bei der einige Bullen erlegt wurden. An den Fundamentaldaten hat sich ja nichts geändert – die wachsende Weltbevölkerung liebt Schokolade, der Sahara-Wind Harmattan und diverse Krankheiten gefährden das Angebot. Doch vielleicht ist der Rutsch des Berges noch nicht vorbei. Die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!

 

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