Nicht nur vorübergehend

2.12.2021 – Special Report. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Inflation dürfte kein Übergangsphänomen sein. Was jeder mit klarem Verstand vermutet hat, wird von der Federal Reserve bestätigt. Die Frage ist, ob die Fed die Geldpolitik früher als erwartet drosseln wird. Denn es gibt Faktoren wie OmicronUnd auch politische Überlegungen. 

Vorgezogenes Tapering 

Jerome Powell, der mächtigste Notenbanker der Welt, sprach am Dienstag ungewöhnlichen Klartext. Es sei an der Zeit, “to retire that word”, gemeint war „transitory“. Die hohe Inflation könne locker bis Mitte 2022 anhalten, äußerte er vor dem Senate Banking Committee. Powell sagte weiter: „At this point the economy is very strong and inflationary pressures are high and it is therefore appropriate in my view to consider wrapping up the taper of our asset purchases, which we actually announced at the November meeting, perhaps a few months sooner. I expect we will discuss that at our upcoming meeting.“ 

Die Märkte fielen umgehend aus dem Bett, seit einigen Tagen läuft eine Korrektur, die nach einer Gegenbewegung schreit. So viel Klartext ist in der Tat unerhört. Meist spricht die Fed wie ein undurchdringliches Orakel. Dazu tobt auch die Diskussion um die Corona-Variante Omicron. Sie könnte die Angebotsketten weiter schädigen und für steigende Preise sorgen. Genau davor hat gerade die OECD gewarnt. 

Katastrophale Werte für Biden 

Zudem ist das Statement politisch zu werten: Im nächsten November müssen sich die DeFalimocrats von Joe Biden in den Midterms den Wählern stellen. Und „Sleepy Joe“ ist fast so unbeliebt wie Donald Trump. Bei RealClearPolitics liegt Biden bei minus 9,4 Punkten. Die bezaubernde aber inkompetente Vizepräsidentin Kamala Harris, die ihren Job, die illegale Einwanderung einzudämmen, tapfer ignoriert, kommt auf minus 11,2. Und Trump liegt bei minus 11,3 Zählern. Was interessant ist, dann die linken Mainstream-Medien kuscheln trotz einer Welle der Gewalt (defund the police) und dem Deaster beim Afghanistan-Abzug weiter mit dem mutmaßlich senilen Leader und den Dems. Dagegen schlägt Trump das übliche hasserfüllte mediale Sperrfeuer entgegen. 

Karrierekiller Inflation 

Powell ist zwar Republikaner – doch er schuldet Biden einen kleinen Gefallen dafür, dass dieser ihn vor kurzem als Fed-Chef bestätigte. Außerdem laufen diesmal die Interessen parallel. Die als Nachfolgerin Powells gehandelte Lael Brainard – sie ist jetzt seine Stellvertreterin – tritt für eine noch stärkere lockere Geldpolitik ein. Das würde noch mehr Inflation bedeuten. Der Verfall der Kaufkraft – aktuell rund 6 Prozent Teuerung in den USA – hat schon häufiger Politiker abgeschossen. Unter anderem Jimmy Carter, den wohl schlechtesten amerikanischen Präsidenten aller Zeiten (natürlich Demokrat). Jetzt steigen die Benzinpreise, Lebensmittel werden teurer, Häuser sowieso. Ergo braucht Biden einen Erfolg gegen die Teuerung. 

Unser Fazit: Eine anhaltende Inflation wäre einerseits ein massiver bullisher Faktor für Aktien, Cryptos und Edelmetalle. Ein Drosseln der Geldpolitik würde die bis vor kurzem anhaltende Hausse aber nachhaltig abwürgen. Der Markt nimmt den Schritt teilweise vorweg. Der interessanteste Indikator für die weitere Entwicklung erscheint uns aktuell der Nasdaq Composite: Er hat genau auf der 50-Tage-Linie bei 15.254 aufgesetzt. Die Bernstein-Bank behält das Thema für Sie im Blick! 

 


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