Peking zündet die Kursrakete

Trading waves

07.11.2019 – Daily Report. Endlich meldet China Vollzug: Das sonst eher wortkarge Handelsministerium in Peking teilt mit, die Zölle auf beiden Seiten sollen schrittweise abgebaut werden – womit Phase 1 unterzeichnet werden könne. Der Durchbruch schiebt die US-Futures gen Norden. Weshalb wir uns im Präsenzhandel auf neue Rekorde freuen dürfen. Einmal mehr erklimmt der DAX einen Jahresgipfel.

US-Futures und DAX ziehen an

Die Börsianer im weltweiten Handel feierten die News aus Peking: Der Kontrakt auf den Dow Jones kletterte um 135 Zähler oder ein halbes Prozent, der Future auf den S&P 500 legte 0,4 Prozent zu. Der DAX zog im Hoch an bis auf 13.301 Zähler, zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,8 Prozent im Plus bei 13.286 Zählern. Damit ist das Allzeithoch bei 13.596 Punkten nicht mehr allzu weit entfernt.

Deutsche Industrie schwächelt

In den Hintergrund rückte die Tatsache, dass die deutsche Industrie ihre Produktion im September zurückgefahren hat. Laut einer Meldung des Statistischen Bundesamtes lag die gesamte Herstellung 0,6 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel die Produktion um herbe 4,3 Prozent. Alle Daten finden Sie hier: Market Mover

China meldet den Durchbruch

Thema des Tages war der Zollstreit. Washington und Peking haben sich nach Angaben der chinesischen Regierung auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle geeinigt. Dieses Agreement werde Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, Gao Feng, Sprecher des Handelsministeriums. Das Ausmaß der Zollreduzierung hänge vom konkreten Inhalt des Abkommens ab, ergänzte Gao. Die Proportionen der Kappung müssten auf beiden Seiten gleich groß sein. Das Abkommen solle innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden.

Auch Erdöl verteuert sich

Die frohe Kunde schob auch den Ölmarkt an – mit dem Abschluss eines Trade-Deals würden die Chancen auf ein Anspringen der globalen Konjunktur steigen. WTI kletterte 1,4 Prozent auf 57,11 Dollar, auch Brent zog um 1,4 Prozent an auf 62,62 Dollar. Dabei rückte ein Factlet in den Hintergrund, das für eine Ölschwemme spricht. So haben die USA im September dieses Jahres erstmals seit drei Jahrzehnten mehr Erdöl exportiert, als sie importiert haben, wie Oilprice.com meldete. Das ist der erste Erdöl-Überschuss seit 1978.

Asien hat noch nicht reagiert

Die Zoll-News kam für den asiatischen Handel zu spät. Der Nikkei gewann in Tokio noch vor der Meldung 0,1 Prozent auf 23.330 Punkte. Der CSI-300 hangelte sich um 0,2 Prozent nach oben auf 3.992 Zähler. Der Renminbi aber festigte sich zum Dollar auf 6,9879.

Welch ein Hin und Her. Erst gestern hatte Reuters die Vorfreude abgekühlt. Demnach könne ein Treffen zwischen den Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping bis Dezember verschoben werden, was den Abschluss eines Interim-Deals verzögern würde. Judd Deere, Sprecher des Weißen Hauses, sagte, es gebe Fortschritte beim Text des Phase-1-Agreements; sobald Einigkeit über den Ort der Unterzeichnung herrsche, werde dies bekanntgegeben.

Abwarten in New York

Entsprechend hatten sich die Börsianer an der Wall Street am Mittwoch zurückgehalten. Der Dow Jones Industrial schloss unverändert bei 27.493 Punkten. Der S&P 500 verbuchte ein minimales Plus von 0,1 Prozent auf 3.077 Stellen. Der Nasdaq 100 verlor 0,2 Prozent auf 8.196 Zähler.

Die Kauflaune abgekühlt hatte auch der Chef der Chicago-Fed, Charles Evans. Im Gespräch mit Yahoo Finance sagte er, die US-Wirtschaft brauche wohl keinen weiteren Zinsschritt, da sie sich recht robust zeige.

Das bringt der Tag

Ansonsten rückt am Donnerstag das Pfund Sterling in den Fokus, für 13.00 Uhr ist der Zinsentscheid der Bank of England terminiert.

Und um 14.30 Uhr folgen in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades!

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