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Ifo-Index und Zollstreit versenken den DAX

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23.05.2019 – Daily Report. Die Bären bestimmen das Geschehen an der Frankfurter Börse. Der ifo-Index enttäuschte. Einmal mehr gewann zudem die Skepsis über den Ausgang des Zollstreits zwischen China und den USA die Oberhand im weltweiten Handel. Denn Washington wird wohl weitere chinesische Firmen aus dem Sicherheitssektor auf die Schwarze Liste setzen.

Aktienangst bei Investoren

Aktien schwach; japanischer Yen und Schweizer Franken sowie US-Bonds fest: Das ist grob gesehen das typische Muster auf dem Börsenparkett, wenn die Sorgen vor einem chinesisch-amerikanischen Handelskrieg überhand nehmen. Der DAX rutschte bis zum Mittag fast zwei Prozent ab. Zumindest bei Daimler gibt es Entwarnung für die Bullen: Die Aktie rutschte vor allem wegen der Ausschüttung der Dividende ab. Weniger gut aus sieht es für die Titel der Deutschen Bank: Am Tag der Hauptversammlung markierte die Aktie ein Rekordtief bei 6,35 Euro.

Ifo-Index enttäuscht

Futter für die Bären brachte der Ifo-Index: Das Geschäftsklima fiel von 99,2 auf 97,9 Punkte und damit das zweite Mal in Folge. Die meisten Analysten hatten nur mit einem leichten Minus auf 99,1 Punkte gerechnet. Die Stimmung unter den befragten rund 9.000 Managern ist also schlecht. „Der deutschen Konjunktur fehlt es weiterhin an Schwung“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Zollstreit belastet weiter

Bestimmendes Thema blieb aber der Zollstreit zwischen China und den USA. Medienberichten zufolge prüft Washington, ob es mindestens fünf weitere chinesische Firmen aus dem Sicherheitssektor auf die Schwarze Liste setzen wird. Auch die Reaktionen in der staatlichen chinesischen Presse ließen eine Eskalation vermuten.

Verkäufe in Übersee

Zuvor hatten sich entsprechend die asiatischen Anleger auf der Sell-Seite positioniert: Der Nikkei verlor 0,6 Prozent auf 21.151 Zähler und der CSI 300 gab sogar 1,8 Prozent nach auf 3.584 Stellen.
Auch die Wall Street hatte den Mittwoch in der Verlustzone abgeschlossen. Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent tiefer auf 25.777 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank 0,3 Prozent auf 2856 Zähler. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sich um 0,5 Prozent auf 7.750 Punkte. Das Protokoll der vergangenen Sitzung der US-Notenbank bewegte die Kurse kaum. Wie erwartet hält die Fed an ihrer vorsichtigen Geldpolitik fest.

May wohl vor dem Aus

Devisen-Trader blicken derweil einmal mehr nach Großbritannien. Denn die glücklose Premierministerin Theresa May will laut „The Times“ noch in dieser Woche ihren Rücktritt verkünden. Der wahrscheinliche Termin dafür sei der morgige Freitag. Vermutlich werden die Konservativen bei der Europawahl ein heftiges Debakel erleben und die Brexit-Befürworter triumphieren. Gegen den Dollar rutschte das Pfund zwischenzeitlich auf 1,2608 Dollar und somit auf den tiefsten Stand seit Januar.

Das bringt der Tag

Der Terminkalender am Donnerstag ist gut gefüllt. So laufen um 14.30 deutscher Zeit die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe über die Ticker. Um
15.45 Uhr folgt der Markit-Einkaufsmanagerindex Service für Mai, dito der Index für das verarbeitende Gewerbe im Mai. Für 16.00 Uhr sind die US-Neubauverkäufe im April terminiert. Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

New York Boerse

Wall Street gefangen im Niemandsland

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22.05.2019 – Special Report. Die Unentschlossenheit an der US-Börse ist in den vergangenen Tagen mit Händen zu greifen gewesen. Sichtbarer Beleg dafür ist die Charttechnik: Die Wall Street ist mit sämtlichen wichtigen Indizes im Niemandsland zwischen dem gleitenden 50-Tage-Durschnitt und der 200-Tage-Linie gefangen. Dort werden die Indizes nicht auf ewig verharren – bald heißt es wohl hopp oder topp.

Keine Krisen-Klärung in Sicht

Ein Schritt vor, einer Zurück – der weltweite Handel wartet auf eine klare Ansage in den diversen Krisen. Bestimmende Themen waren und sind der Zollstreit zwischen China und den USA sowie das Hochkochen der Iran-Krise mit potenziell heftigen Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt. Laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos gehen 51 Prozent der Amerikaner von einem militärischen Konflikt in den kommenden Jahren aus. Das sind acht Prozentpunkte mehr als bei einer ähnlichen Umfrage im Juni. Genug Zucker im Tank also, um den Börsen-Motor zum Stottern zu bringen.

Gefangen zwischen 50- und 200-Tage-Linie

Die Konsequenz: Sowohl S&P 500, Nasdaq 100 als auch Nasdaq Composite sind in den vergangenen Sitzungen unter die 50-Tage-Linie gerutscht. Und hier hängen alle Indizes im Tages-Kerzen-Chart über der 200-Tage-Linie, die von unten wie ein Magnet auf die Kurse wirkt. Am meisten wehren sich noch die Hightech-Indizes gegen den Sog nach unten.

Besonders starke Skepsis im Dow Jones

Am wenigsten Widerstand gegen den Sog hat der Dow Jones Industrial gezeigt: Früher als die anderen Indizes ist er in die Region zwischen Tag und Nacht eingebogen.

Der Index hat inzwischen relativ eindeutig die 50-Tage-Linie als oberen Widerstand markiert, von unten dient die 200-Tage-Linie als Unterstützung. Was sagt uns das? Ganz klar: Die Anleger in der Old Economy sind weit risikoscheuer sind als Kollegen, die in Hightech investieren. Kein Wunder, sie sind stärker als die anderen auf die Lösung politischer Krisen angewiesen. Stichworte Zölle, fairer Handel, boomende Binnen- Konjunktur.

Seitwärts-Step, Freuden-Feuerwerk oder Crash

Damit stellt sich die Frage, wie es weitergehen könnte. Manchmal verlassen die Indikatoren das Terrain der Unentschlossenen ganz unspektakulär mit einer Seitwärtsbewegung. Mitunter aber auch nicht – ein großer Knall und ein Absturz ins Bären-Terrain ist die zweite Variante. Ein lauter Freudenschrei und ein Ausbruch nach oben in die Bullen-Region ist die dritte Möglichkeit.
Behalten Sie also unbedingt in den kommenden Tagen die regelmäßigen Markt-Updates auf Ihrem Trading-System im Blick. Und das noch aufmerksamer als zuvor. Eine Entscheidung an der amerikanischen Börse und im weltweiten Handel bahnt sich an. Themen, die entweder einen Kaufrausch oder eine Baisse auslösen, gibt es genug.

Die Bernstein-Bank wünscht Ihnen viel Erfolg bei Ihren Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

Market Chart

Der DAX trotzt dem Stillstand

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22.05.2019 – Daily Report. Wie geht es nur weiter bei den großen Themen der Welt? Keine Bewegung im Zollstreit zwischen China und den USA. Vielleicht sogar neue Strafaktionen der Amerikaner. Weitere Provokationen in Sachen Iran. Kein Wunder, dass sich die Börsianer in Asien im Seitenaus hielten. Der DAX legte dennoch moderat zu.

Der DAX will nach oben

Der DAX hat am Mittwochmittag moderate Gewinne verbucht. Die Vorgaben aus den USA sahen gut aus: Der Dow Jones Industrial war am Dienstag um 0,8 Prozent auf 25.877 Punkte vorgerückt. Denn die US-Regierung lockerte die erst vergangene Woche verfügten strengen Maßnahmen gegen Huawei. Für zunächst 90 Tage sind nun einige Geschäfte wieder erlaubt, es geht vor allem um die Versorgung bereits ausgelieferter Smartphones sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken. Ergo erholte sich der Nasdaq 100 um rund 1 Prozent auf 7451 Punkte und der S&P 500 kletterte um 0,9 Prozent auf 2864 Zähler.

Chinesische Wasserfolter gegen Peking

Doch dann setzten News zum Zollstreit den US-Futures und dem Yuan zu, der Nikkei kroch nur um rund 0,1 Prozent nach oben auf 21.283 Zähler. Und der chinesische CSI 300 rutschte 0,5 Prozent ab auf 3.649 Stellen.
Das war geschehen: Laut einem Bericht der „New York Times“ will die Trump-Administration einem weiteren chinesischen Hightech-Konzern den Kauf amerikanischer Technologie untersagen. Konkret soll Hangzhou Hikvision Digital Technology auf die Schwarze Liste gesetzt werden. Das vom chinesischen Staat kontrollierte Unternehmen ist aktuell der weltweit größte Anbieter von Systemen zur Video-Überwachungen und ist in rund 100 Ländern aktiv. Offiziell soll Hangzhou für die Überwachung der Uiguren in China bestraft werden.
Damit knöpft sich Washington also nach Huawei den nächsten wichtigen chinesischen Konzern vor. Auch hier gibt es Neuigkeiten. „ZeroHedge“ berichtet, dass laut Bloomberg Huawei seit Monaten ein Faustpfand-Kandidat im Zollstreit mit China war. Unter Berufung auf ungenannte Insider meldete demnach die Nachrichtenagentur, das Trump-Team habe mit dem Blacklisting von Huawei bis zum Einbiegen in eine Sackgasse in den Verhandlungen gewartet. Jede vorige Aktion hätte die Verhandlungen torpedieren können. Das Ganze sieht doch sehr nach einer amerikanischen Zermürbungstaktik gegen China aus. Kaum zu glauben, dass nicht bald weitere chinesische Schwergewichte ins Visier von Washington geraten.

Viel Aktion im Ölhandel

Blicken wir auf den zweiten großen Konflikt – Iran und co. Von Teheran unterstützte Huthi-Rebellen haben einen Drohnen-Angriff auf einen saudischen Flughafen geflogen. Die Aufständischen betonten, dass die Attacke einem Waffendepot im militärischen Teil des Flughafens von Nadschran gegolten habe. Die Saudis behaupteten, die Huthis hätten versucht, ein ziviles Ziel zu treffen. In Nadschran sind laut „New York Times“ amerikanische Geheimdienstanalysten und eine US-Heereseinheit stationiert.
Derweil hat der iranische Präsident Hassan Rouhani ein Gesprächsangebot des amerikanischen Präsidenten Donald Trump abgelehnt. Der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA sagte er, er würde die Diplomatie zwar vorziehen. Doch die derzeitige Lage sei für Gespräche ungeeignet. Und weiter: „Widerstand ist unsere einzige Wahl.“ Die Lage bleibt also explosiv.
Entspannung im Ölmarkt brachte dagegen das jüngste Treffen der Gruppe OPEC+. Laut Reuters wollen das Kartell und seine Unterstützer die Förderkürzung aufweichen und 800.000 Barrel Öl pro Tag mehr auf den Markt bringen. Alternativ könne die Kürzung von 1,2 auf 0,9 Millionen Barrel getrimmt werden. Geklärt werden soll die Angelegenheit auf dem Treffen im Juni.

Das bringt der Tag

Bleibt der Blick auf den Terminkalender. Um 16.30 Uhr deutscher Zeit laufen die US-Rohöllagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration (EIA) über die Ticker. Und um 20.00 Uhr wird das Protokoll des Offenmarktausschusses der Fed vom 30. April/1. Mai veröffentlicht. Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

Financial Trade Chart

Beruhigung in Frankfurt

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21.05.2019 – Daily Report. An der deutschen Börse hat eine leichte Gegenbewegung eingesetzt. Nach den Verlusten des Vortages kletterte der DAX bis zum Dienstagmittag um rund ein Dreiviertelprozent. Broker machten eine Galgenfrist für den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei dafür verantwortlich.

Schonfrist für Huawei

Kleine Rolle rückwärts im Handelsstreit: Zwar steht Huawei seit vergangenem Freitag auf der schwarzen Liste der US-Regierung. Damit ist es Firmen aus den USA untersagt, ohne Genehmigung der Regierung Geschäfte mit dem Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller zu machen. Die US-Behörden verdächtigen Huawei der Spionage für Peking. Die Causa hatte den Nasdaq 100 am Montag um 1,7 Prozent auf 7.377 Punkte abrutschen lassen. Der Dow Jones Industrial verlor 0,3 Prozent tiefer bei 25.680 Zählern und der S&P 500 gab um 0,7 Prozent auf 2840 Stellen nach.
Doch jetzt lockerte Washington einige der Einschränkungen. Vielleicht aus Sorge vor technischen Problemen, vielleicht als Signal im Handelsstreit. So darf der Konzern nun 90 Tage lang US-Produkte kaufen. Damit soll Huawei seine bestehenden Netze unterhalten und Software-Updates für Smartphones bereitstellen, wie das US-Handelsministerium mitteilte.

Aufatmen in China

Die jüngste Entwicklung sorgte am Morgen auch für ein wenig Zuversicht an den asiatischen Börsen. Der chinesische CSI 300 kletterte um rund 1,4 Prozent auf 3.667 Stellen. Allerdings bröckelte der Nikkei um 0,1 Prozent auf 21.272 Punkte. Vielleicht reagierten die Trader in Tokio auf ein Event, das hierzulande in den Mainstream-Medien bislang wenig beleuchtet wurde: Peking hat den USA und dem Rest der Welt gerade ein übles Folterinstrument gezeigt und damit vielleicht, vielleicht Washington zum Zurückrudern bewegt.

Seltene Erden als Folterwerkzeug

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete einen symbolträchtigen Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping beim Hightech-Konzern JL MAG Rare-Earth am Wochenende. JL MAG Rare-Earth stellt Magnete aller Art her, die etwa im Automobil-Sektor oder in der Luftfahrt eingesetzt werden. Interessanterweise wurde Xi von Vizepremier Liu He begleitet, der als Chefunterhändler im Zollstreit mit den USA agiert.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg ergänzte, haben die USA Seltene Erden aus China bislang nicht mit Strafzöllen belegt. Übrigens stammen rund 80 Prozent der US-Importe dieses Rohstoffes aus der Volksrepublik. Der Besuch erscheint somit als klares Warnsignal an die USA: Wenn der Zollstreit eskaliert, wird der Export eingestellt. Aus dem chinesischen Handelsministerium hieß es dazu am Montag, man müsse abwarten, wie es weitergeht. CFD-Trader sollten die Möglichkeit eines Boykotts im Hinterkopf behalten – und sich bei Deutschlands besten CFD-Brokern schon jetzt vorbereiten. Aber bitte nur bei Anbietern mit Bafin-Lizenz.

Schwelender Iran-Konflikt

Unterdessen hat der Iran gemeldet, dass es seine Produktion von leicht angereichertem Uran vervierfacht hat. Die beiden halbstaatlichen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim zitierten den Sprecher der iranischen Nuklearbehörde, Behrouz Kamalvandi, das Land werde das im Atomdeal gesetzte Limit von 300 Kilogramm „innerhalb von Wochen“ erreichen. Derweil hat US-Präsident Donald Trump Irans Führung abermals vor Provokationen gewarnt. „Iran würde einen großen Fehler machen, wenn sie irgendwas täten“, sagte Trump gestern in Washington. Doch er ergänzte: „Wenn sie anrufen, würden wir sicher verhandeln.“ An dieser Front droht also eine weitere Eskalation, die den weltweiten Handel und vor allem den Ölmarkt ziemlich beuteln dürfte.

Das bringt der Tag

Investoren sollten ansonsten heute um 16.00 Uhr das Verbrauchervertrauen in der Eurozone im Blick behalten. Zeitgleich sollen die Zahlen zum Verkauf von US-Immobilien im April über die Ticker laufen. Für 22.30 Uhr schließlich sind die Rohöllagerbestandsdaten des privaten American Petroleum Institute (API) terminiert. Die Bernstein-Bank wünscht Ihnen erfolgreiche Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

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Abwarten und Abtauchen

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20.05.2019 – Daily Report. Kaum Bewegung an der Frankfurter Börse am Montagmittag: Nach der guten Vorwoche hielten sich die Anleger im deutschen Aktienhandel zunächst zurück. Der DAX bröckelte. News im Zollstreit zwischen China und den USA gab es nicht. Angespannt bleiben die Nerven im Energiemarkt: US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran.

DAX zeigt sich lustlos

Nach einem Seitwärts-Start gab der DAX um rund ein Dreiviertel-Prozent ab. Deutsche Bank testeten das Allzeittief von 6,68 Euro, das Ende Dezember markiert worden war. Laut einem Bericht der “New York Times” sollen Führungskräfte des Geldhauses Mitarbeiter davon abgehalten haben, auffällige Transaktionen in Firmen von Trump und dessen Schwiegersohn Jared Kushner der Finanzaufsicht zu melden. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück.

Kein Vorankommen im Zollstreit

Viele Anleger gehen inzwischen davon aus, dass die Verhandlungen zwischen China und den USA in einer Sackgasse stecken. Wie nicht anders zu erwarten, hat sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung warnend zum Zollstreit geäußert. Dem Fernsehsender CNBC sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria, der Konflikt bremse eine globale Erholung und gefährde Investitionen und Wachstum.
Unterdessen offenbarte die Volksrepublik China, welche Denkrichtung in der Führung herrscht. Das Social-Media-Blog „What’s on Weibo“ meldete, der auf Filme spezialisierte staatliche Sender CCTV 6 habe gleich drei anti-amerikanische Streifen zum Korea-Krieg aus den 50er und 60er Jahren ausgestrahlt – und damit 500 Millionen Menschen in 23 Provinzen erreicht. Das könnte man als geschmacklose Verirrung abtun, wenn nicht der Chefredakteur der „Global Times“, Hu Xijin, den Sinn der Aktion zusammengefasst hätte: Es gebe keine Verhandlungen unter Gleichen ohne Kampf, schrieb das Sprachrohr der Kommunisten auf Twitter.

Asien ohne klare Tendenz

Keine klare Richtung für den weltweiten Handel hatten die Anleger in Asien am Morgen vorgegeben: Der japanische Nikkei 225 schloss 0,2 Prozent fester bei 21 301 Punkten. In Japan war das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal um 0,5 Prozent gewachsen. Die Börsianer in China hielten sich dagegen bedeckt: Der CSI 300 gab 0,9 Prozent nach auf 3.618 Zähler.

New York kraftlos

Auch der Wall Street hatte am Freitag die Energie gefehlt. Der Dow Jones notierte zwar eine zeitlang im Plus, gab im späten Handel jedoch nach und verabschiedete sich mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 25.764 Punkten ins Wochenende. Der Wochenverlust von 0,7 Prozent ist überschaubar. Der S&P 500 war am Freitag um 0,6 Prozent auf 2860 Zähler abgerutscht und der Nasdaq 100 verlor 1 Prozent auf 7504 Stellen. Dabei hatte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Mai stark verbessert und war auf den höchsten Stand seit gut 15 Jahren gestiegen. Auch der Sammelindex wirtschaftlicher Frühindikatoren des privaten Forschungsinstituts Conference Board hatte sich im April verbessert. Alle Daten finden Sie hier: Market Mover

Angst vor dem Funken im Ölfeld

Spannung herrscht weiter auf dem Ölmarkt. US-Präsident Trump hat Teheran mit Vernichtung gedroht. Am Sonntagabend twitterte er: „Wenn der Iran kämpfen will, ist das das offizielle Ende des Iran. Drohen Sie nie wieder den Vereinigten Staaten!“ Der Ölpreis zeigte sich so fest wie seit drei Wochen nicht mehr. Auslöser war wohl der Einschlag einer Rakete in etwa 1,6 Kilometern Entfernung von der amerikanischen Botschaft in Bagdad. Zuvor hatte der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami, gezündelt: Zwar wollten der Iran und seine Revolutionsgarden keinen Krieg, würden sich aber auch nicht davor fürchten, sagte er der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna. Die US-Truppen seien „leicht zu besiegen“, denn sie hätten anders als die Revolutionsgarden Angst vor dem Tod.
Wie immer lohnt es sich, die News im Blick zu behalten. Vor allem an einem Tag, an dem kaum wichtige terminierte Daten anstehen. Hervorzuheben wäre um 14.30 Uhr deutscher Zeit der Chicago Fed National Activity Index für den April. Wir wünschen eine erfolgreiche Woche!

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Deutsche Aktien leicht im Minus

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17.05.2019 – Daily Report. Erst einmal Gewinne mitnehmen: Am Freitagvormittag haben sich die Anleger in Frankfurt erst einmal bedeckt gehalten. Nach dem Kurslauf vom Vortag warteten viele Broker auf neue Konjunkturdaten am Nachmittag. Zudem steht der kleine Verfall an der Eurex an. Das könnte den Online-Aktienhandel kräftig durchschütteln. Die Vorgaben aus New York waren ansonsten positiv. In China herrschte derweil wegen Huawei Skepsis.

Gewinnmitnahmen an der deutschen Börse

Der Vormittag ist kein gutes Zeitfenster für die Bullen im DAX. Nach der moderaten späten Rallye vom Donnerstag hielten sich die Anleger auch im frühen Freitagshandel zunächst zurück. Der DAX notierte zuletzt rund ein dreiviertel Prozent schwächer. Für das Plus am Vortag hatte die mögliche Verschiebung höherer US-Zölle auf europäische Autoimporte gesorgt. Auffällig zeigte sich dennoch am Freitag die BMW-Aktie: Sie notierte am DAX-Ende ex Dividende, allerdings belasteten auch die sinkende Umsatzrendite und eine milliardenschwere Rückstellung für angebliche Kartellverstöße den Kurs.
Für Volatilität im Gesamtmarkt ist zudem gesorgt: Am Mittag steht der sogenannte kleine Verfall an der Derivatebörse Eurex an. Dann laufen unter anderem die Mai-Optionen auf den DAX und den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 aus. Große Adressen versuchen vor diesem Termin häufig, die Kurse in die gewünschte Richtung zu schieben. Das hat mitunter überraschende, starke Ausschläge zur Folge. Behalten Sie also bitte unbedingt Ihre Handelsplattform im Auge.

Gemischte Tendenz in Asien

Asien präsentierte sich gemischt. Zwar legte der Nikkei in Tokio am Freitag um 0,9 Prozent auf 21.250 Punkte zu. In dieser Woche steht die Bilanz aber bei minus 0,4 Prozent. In Japan sorgte Sony mit einem Kurssprung von 10 Prozent für Aufsehen: Der Elektronik-Konzern meldete eine Kooperation mit Microsoft und außerdem einen Aktienrückkauf im Volumen von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro.
In China hatten dagegen die Bären das Sagen. Der CSI 300 rutschte um 2,5 Prozent auf 3.649 Zähler. Der Grund: US-Präsident Donald Trump hat den Zollstreit mit China angeheizt und den Nationalen Notstand in der Telekommunikation erklärt. Damit ist der Weg frei für Maßnahmen gegen den chinesischen Telekom-Konzern Huawei. Die Kommunisten in Peking reagierten zunächst verbal: China sei entschlossen, die nationalen Interessen zu schützen, hieß es in einem Leitartikel der „People’s Daily“.

Zuversicht in New York

Die Wall Street hatte am Donnerstag dank starker Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen zugelegt. Walmart und Cisco überzeugten. Dito das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Mai. Ferner war die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher gefallen als vermutet. Weiter zeigte sich der US-Wohnungsmarkt im April robust. Alle wichtigen Konjunkturdaten finden Sie hier: Market Mover
Ergo hatte der Leitindex Dow Jones am Donnerstag 0,8 Prozent fester geschlossen bei 25.862 Punkten. Der S&P 500 rückte 0,9 Prozent auf 2.876 Zähler vor. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 1,0 Prozent auf 7.580 Punkte.

Das bringt der Tag

Bleibt der Blick nach vorne: In den USA steht um16.00 Uhr das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan an. Zeitgleich sollen die Frühindikatoren für die amerikanische Wirtschaft über den Ticker laufen. Die Bernstein Bank wünscht Ihnen erfolgreiche Trades und ein erholsames Wochenende!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

DAX bröckelt zum Wochenstart

Die Anleger bleiben in Deckung

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16.05.2019 – Daily Report. Gerade noch hatte der DAX zugelegt – denn US-Präsident Donald Trump will wohl drohende Einfuhrzölle für Autos aus Europa verschieben. Doch dann die kalte Dusche: Offenbar erwartet er Gegenleistungen von der Europäischen Union. So sollen die Ausfuhren in die USA gedeckelt werden. Der DAX hat leicht zurückgesetzt.

DAX knapp behauptet

Wenig Bewegung auf der Handelsplattform: Nach den hübschen Gewinnen vom Mittwoch haben sich die deutschen Aktien am Donnerstag erst einmal etwas schwächer präsentiert. Der DAX bewegte sich am Vormittag knapp unter der Marke von 12.100 Zählern. Wie geht es nur weiter für die deutschen Autoaktien? Jüngsten Medienberichten zufolge wird Trump die Entscheidung über Strafzölle für europäische Autos um bis zu einem halben Jahr verschieben. Eigentlich hätte der Entscheid Ende dieser Woche fallen sollen. Doch dann eben die Meldung, dass ein Entgegenkommen wohl an Bedingungen geknüpft ist.

Kein klarer Trend in Asien

Der Nikkei hatte am Morgen 0,6 Prozent nachgegeben auf 21.063 Zähler. Der chinesische CSI 300 legte 0,5 Prozent zu auf 3.744 Punkte. Unterdessen kristallisiert sich heraus, wie China seine Stimuli finanzieren will, mit dem es beispielsweise den stockenden Auto-Absatz anschiebt: Mit dem Verkauf von amerikanischen Staatsanleihen. China hat im März Treasuries im Wert von 20,5 Milliarden Dollar veräußert, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Das war der höchste Wert seit Oktober 2016. Zugleich ist das natürlich eines der Mittel, um die USA im Zollstreit zu treffen. Allerdings bleibt Peking der größte Gläubiger der USA: Die Volksrepublik hielt im März noch immer Anleihen im Wert von 1,1 Billionen US-Dollar. Doch wenn Peking stattdessen Yuan kauft – wie soll dann der Kurs der heimischen Währung gesenkt werden, um den Außenhandel anzukurbeln? Die Sache bleibt spannend.

Steigende Kurse in New York

An der Wall Street hatte am Mittwoch Kauflaune geherrscht. Die Kurse drehten erst wegen der enttäuschenden Daten zum US-Einzelhandel nach unten. Im Zuge der Meldung, dass Washington neben dem Zollstreit mit China offenbar keinen weiteren Konflikt um Autozölle mit Japan und Europa will, griffen die Anleger wieder zu. Der Dow-Jones-Index gewann zum Schluss 0,5 Prozent auf 25.648 Zähler. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,6 Prozent zu auf 2.850 Punkte. Und der Nasdaq Composite gewann 1,1 Prozent auf 7.822 Punkte.
Zuvor hatte Trump erneut Druck auf die Federal Reserve ausgeübt. Mit ein wenig Hilfe der Notenbank sei möglich, das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten auf fünf Prozent zu erhöhen, sagte er in Louisiana. Alles was es brauche, seien niedrigere Leitzinsen und ein „bisschen quantitative Lockerung“.

Eskalation in Jemen

Trader im Ölmarkt blicken derweil weiter gespannt auf die angeheizte Lage zwischen Iran und Saudi-Arabien. Die Saudis bombardierten als Vergeltung für einen Drohnenangriff auf eine Öl-Pipeline die jemenitische Hauptstadt Sanaa, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert wird. Die Aufständischen werden von Iran unterstützt. Die Angriffe hätten sich unter anderem gegen Waffenlager gerichtet.

Das bringt der Tag

Der Nachmittag bringt einige bedeutende Konjunkturdaten. So sollen um 14.30 Uhr deutscher Zeit die Baugenehmigungen aus den USA einlaufen. Zeitglich läuft der Philadelphia Fed Index über die Ticker. Von besonderer Bedeutung sind zur gleichen Zeit die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Alle Termine finden Sie wie immer hier:Market Mover
Die Bernstein Bank bringt erfolgreiche Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

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Der DAX pendelt zwischen Hoffen und Bangen

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15.05.2019 – Daily Report. „Speak softly and carry a big stick“ – das wusste schon der einstige Präsident Teddy Roosevelt. Donald Trump macht es ihm nach und hat mit sanften Aussagen in Sachen Zollstreit erst einmal die Börsen beruhigt. Doch die Anleger trauen dem scheinbaren Frieden nicht ganz – der DAX bröckelt. Schlechte Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte scheinen für die starke Position der USA zu sprechen. Neue Zahlen am Nachmittag geben derweil Aufschluss über die amerikanische Konjunkturlage – behalten Sie also unbedingt Ihre regelmäßigen Markt-Updates im Auge.

Zaudern in Frankfurt

Ein wenig rauf, ein wenig runter – der DAX hat im frühen Handel am Mittwoch erst die Marke von 12.000 Zählern zurückerobert, um dann die Bastion wieder herzugeben. Am Vortag hatte sich der deutsche Leitindex nach konzilianten Worten von Trump in Sachen Handelskrieg mit China noch um rund ein Prozent erholt. „Wenn sie einen Deal wollen, dann ist das absolut möglich“, betonte er.
Robuste Daten aus der deutschen Wirtschaft sorgten nur für wenig Kauflaune. Zwischen Januar und März ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im vierten Quartal 2018 hatte das BIP stagniert, im dritten Quartal war es sogar leicht gesunken. Alle Daten finden Sie hier: Market Mover
In der Berichtssaison zogen RWE am Mittwoch nach einem als solide interpretierten ersten Quartal zeitweise an die DAX-Spitze.

Hoffnung auf Staatshilfe in Asien

In Asien griffen die Anleger zu, da sie negative chinesische Konjunkturdaten umgehend als Argument für neue staatliche Stimuli deuteten. Sowohl die Zahlen zum Einzelhandel, zur Industrieproduktion und zu den Investitionen enttäuschten. Die Frage ist, wie tief die Schatullen der roten Kaiser wirklich sind – und ob China seiner Industrie unendlich helfen kann, falls es wirklich zum Handelskrieg mit den USA kommen sollte. Der CSI 300 zog um 2,3 Prozent an auf 3.727 Zähler. Der japanische Nikkei 225 schloss 0,6 Prozent höher bei 21 189 Punkten.

Schrille Töne in China

Unterdessen hat die chinesische Führung ihre Redaktionen an die Front geschickt. So schrieb die „Global Times“, die USA kämpften für Gier und Arroganz – und die Moral des Gegners werde in Kürze brechen. China kämpfe dagegen, um seine legitimen Interessen zu verteidigen. In einem indirekten Aufruf zum Boykott amerikanischer Waren beschwor das Blatt außerdem einen „Volkskrieg“. Der chinesische Fernsehsender CCTV meldete, China kämpfe für eine „neue Welt“. Nun ja.

Zuspitzung am Ölmarkt

Obwohl Donald Trump keineswegs auf seine Medien zählen kann – im Gegenteil – liegt er übrigens dank seiner harten Linie hoch im Kurs: Mit über 45 Prozent ist seine Zustimmung so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Und welche Werte vertritt Europa? Appeasement. So haben die Spanier die Fregatte „Méndez Núñez“ aus einem amerikanischen Flottenverband heim beordert, der Kurs auf den Persischen Golf nimmt. Die Mullahs in Teheran werden das sicher honorieren. Derweil meldete Saudi-Arabien, zwei Pumpstationen einer größeren saudischen Pipeline seien gestern von mit Sprengstoff bepackten Drohnen attackiert worden. Der Schaden ist zwar nur gering, kann aber politische Folgen nach sich ziehen. Ein Fernsehsender der von Iran unterstützten jemenitischen Houthi-Rebellen reklamierte die Attacke für sich.

Optimismus in New York

Wie auch immer: Die Anleger an der Wall Street hatten am Dienstag den drohenden Konflikt mit Iran ausgeblendet und wieder auf eine gütliche Einigung zwischen China und den USA gehofft. Der Dow Jones fuhr zur Schlussglocke einen Gewinn von 0,8 Prozent auf 25.532 Zähler ein. Der S&P 500 kletterte ebenfalls um 0,8 Prozent auf 2834 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann rund 1,1 Prozent auf 7402 Stellen.

Neue US-Daten und Brexit-Anlauf in London

Wir sind gespannt, ob die heute Nachmittag einlaufenden US-Konjunkturdaten den neuerlichen Optimismus unterfüttern. So soll um 14.30 Uhr deutscher Zeit der Einzelhandelsumsatz im April gemeldet werden, zudem auch der Empire State Index für Mai, er gibt Aufschluss über die Wirtschaft der Region New York. Um 15.15 Uhr soll die Federal Reserve Zahlen zur Industrieproduktion im April liefern, dito die Kapazitätsauslastung. Weiter steht um 16.30 Uhr der wöchentliche Ölbericht an.
Trader im britischen Pfund sollten sich zudem den Termin für den nächsten Akt im Austrittsdrama vormerken: Die britische Premierministerin Theresa May will das Unterhaus Anfang Juni zum vierten Mal über den Brexit-Vertrag abstimmen lassen.
Die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

Frankfurt am Main

Ein wenig Mut in Frankfurt

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14.05.2019 – Daily Report. Nach dem Kursgewitter vom Montag haben sich die Aktien in Frankfurt zuletzt wieder leicht erholt. Versöhnliche Töne aus Washington im Zollstreit mit China sorgten für verhaltene Kauflaune. Zudem analysierten die Anleger frische Quartalszahlen aus Deutschland. Trader behielten außerdem den Ölpreis im Blick.

Quartalszahlen in Frankfurt

Nach dem kräftigen Minus vom Montag deckten sich die deutschen Anleger wieder zögerlich mit Aktien ein. Der DAX kletterte minimal, notierte aber immer noch knapp unter 12.000 Punkten. Die schlechter als erwartet ausgefallenen ZEW-Konjunkturerwartungen dämpften jedoch die Kauflaune. Alle Konjunkturdaten finden Sie hier: Market Mover
Ansonsten liefen frische Quartalszahlen über die Ticker. Die Allianz meldete zum Jahresauftakt ein überraschend starkes Plus im Gewinn. ThyssenKrupp zeigten keine klare Tendenz – der Industrie- und Stahlkonzern hatte für das zweite Geschäftsquartal rote Zahlen gemeldet. Merck meldete etwas schwächere Quartalszahlen als erwartet. Unter Druck standen Bayer: Nach einer erneuten Niederlage vor Gericht in einem US-Glyphosat-Prozess rutschte die Aktie zeitweise auf den tiefsten Stand seit 2012. Bayer soll mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz zahlen.

Optimismus in Washington

Bestimmendes Thema war aber wieder der Zollstreit. US-Präsident Donald Trump verbreitete trotz der gestrigen Eskalation im Zollstreit Optimismus. Er zeigte sich zuversichtlich, doch noch eine Lösung im Handelskrieg mit China zu finden. So kündigte er ein Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf dem G20-Gipfel Ende Juni in Osaka an. Ferner gebe es noch keine Entscheidung über eine weitere Runde amerikanischer Strafzölle auf chinesische Güter. Die US-Futures zogen daraufhin moderat an. Um 14.30 Uhr deutscher Zeit werden übrigens die amerikanischen Import- und Exportpreise heute Aufschluss darüber geben, wie der US-Außenhandel läuft.

Kaufstreik in Asien

Die Anleger in Asien beruhigte die Wortmeldung von Trump wenig, zumal die Börsianer schlechte Nachrichten aus China verdauten. In der Volksrepublik rutschte der Autoabsatz im April um 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Herstellerverband CAAM mitteilte. Dies war der zehnte Monat mit einem Minus in Folge. Die Käufer warten offenbar auf staatliche Kaufanreize – oder sie befürchten eine Wirtschaftskrise infolge des Zollstreits mit den USA. Der chinesische CSI 300 verlor 0,6 Prozent auf 3.645 Stellen. In Tokio schloss der Nikkei ebenfalls 0,6 Prozent niedriger bei 21.067 Punkten.

Absturz in New York

Am Montag hatten die US-Indizes ihren schlimmsten Tag Anfang Januar markiert. Der Dow Jones schloss 2,4 Prozent tiefer bei 25.324 Punkten. Der S&P 500 sank 2,4 Prozent auf 2.811 Zähler. Am schlimmsten traf es die Hightech-Aktien: Der Nasdaq Composite gab um 3,4 Prozent auf 7.647 Punkte nach. Apple rutschten fast sechs Prozent ab. Der Konzern braucht China als Wachstumsmarkt und musste zudem eine Niederlage in einem US-Kartellverfahren hinnehmen.

Öl im Fokus der Trader

Spannend bleibt es unterdessen am Ölmarkt. Für die Sabotage-Akten gegen vier Tanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate machen die USA den Iran verantwortlich, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Russland sandte derweil gemischte Signale aus, ob es sich weiter an der Förderkürzung der OPEC beteiligen will. Vielleicht wird sich die OPEC dazu äußern, wenn das Kartell um 13.00 Uhr deutscher Zeit seinen Monatsbericht vorlegt. Ansonsten stehen um 22.30 Uhr deutscher Zeit die Daten zu den US-Rohölbeständen des American Petroleum Institute an.
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Trade War: America against China

Das sind die Arsenale im Wirtschaftskrieg

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13.05.2019 – Special Report. China und die USA schlittern offenbar in eine historische Konfrontation. Im Zollstreit hat China nun Gegenzölle angekündigt. Eine weitere Eskalation droht, die Wall Street und der weltweite Handel stehen Kopf. Trader brauchen nun den Überblick, wer in der epischen Auseinandersetzung mehr Munition in seinem Arsenal gebunkert hat. Und welche Assets im Getümmel der Schlacht erfolgreiche Investments versprechen.

Wer gewinnt, wer verliert?

Unübersichtliche Gemengelage im Zollstreit: Die Fronten zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben sich verhärtet. Die erste Reaktion der Finanzmärkte vom Montag auf die über das Weekend verschärfte Lage weist den Weg für die weitere Entwicklung am Finanzmarkt. Chinesische Aktien gaben nach, dito die Futures auf die US-Indizes und der DAX. Die Anleger flohen in US-Staatsanleihen und den Yen – beide Assets gelten in Krisenzeiten als sichere Häfen. Außerhalb der Volksrepublik stieg der Dollar zeitweise auf ein Vier-Monats-Hoch gegen den Yuan.
Bleibt auf mittlere Sicht zu ergänzen, dass US-Landwirtschaftsprodukte, die stark nach China exportiert werden – also vor allem Soja – unter einem offenen Handelskrieg leiden würden. Dito der Welthandel, was den Ölpreis mittelfristig kräftig belasten dürfte.

Der Gesprächsfaden ist gekappt

Was zuletzt besonders für Nervosität auf dem Parkett sorgte: Es gibt kein konkretes Datum für eine neue Verhandlungsrunde. US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow sagte Fox News, China habe den Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin zwar wieder nach Peking eingeladen – allerdings ohne Termin. Kudlow ergänzte, US-Präsident Donald Trump werde sich wohl Ende Juni mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf dem G20-Gipfel im japanischen Osaka treffen.

Trump gibt sich gelassen

Trump gab dem chinesischen Chef-Unterhändler, Vizepremier Liu He, bei dessen Heimflug am Freitag via Twitter einen Rempler mit auf den Weg: Die Gespräche seien zwar „sehr angenehm“ verlaufen. Doch es bestehe „absolut keine Eile“, sie zu beenden. Inzwischen habe der „Prozess begonnen, zusätzliche 25 Prozent Zölle auf die übrigen 325 Milliarden Dollar zu erheben“. Trump ergänzte, ein Abkommen werde „viel schlimmer“ ausfallen, wenn es in seiner zweiten Amtszeit verhandelt werde. Trump setzte Peking laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg außerdem eine Frist von einem Monat, ein Abkommen zu besiegeln, sonst sollen auch die neuen Sonderzölle final in Kraft treten.

China schlägt zurück

Liu He, schlug am Freitag neue Töne an, als er sagte, „jede Nation hat ihre Würde“ und betonte, China könne in Grundsatzfragen „absolut keine Zugeständnisse“ machen. Hm, wie will ein Diplomat hinter solche roten Linien zurückweichen?! Er kündigte Gegenmaßnahmen an. Am Montag dann die Bestätigung: Ab 01. Juni will China Zölle für US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar von 10 auf 25 Prozent anheben.
He hatte am Freitag außerdem erstmals drei chinesische Kernforderungen aufgestellt: Erstens müssten alle US-Zusatzzölle beseitigt werden. Zweitens müssten die Quoten für geplante chinesische Käufe von US-Waren mit der realen Nachfrage übereinstimmen. Drittens müsse der Text des Abkommens die „Würde“ beider Länder wahren. Was genau stellt er sich darunter vor? Vielleicht dies: Washington erwartet von China, dass Peking die Verhandlungsergebnisse in Gesetzesform packt – und nicht nur in Regierungsdekrete. Washington will also absolut verbindliche Zusagen, aus denen sich China nicht herauswindet. Für Peking wohl eine unerhörte Neuerung.
China schlug am Sonntag auch über die staatlich gelenkten chinesischen Medien wenig versöhnliche Töne an. So twitterte der Chefredakteur der „Global Times“, Hu Xijin, aus der Perspektive der chinesischen Politik gebe es kaum Spielraum für Kompromisse. Der Journalist gilt unter Experten als Insider der chinesischen Führung und Sprachrohr der Kommunisten. Am Montag legte er über Twitter nach: China könne den Kauf von US-Agrarprodukten stoppen, weniger Jets bei Boeing kaufen, den Service-Handel einschränken. Zudem diskutierten chinesische Gelehrte die Möglichkeit, US-Staatsanleihen auf den Markt zu werfen. Peking hat Washington also seine Folterinstrumente gezeigt.

Amerika sitzt am längeren Hebel

Doch wie genau will das Reich der Mitte wirklich zurückschlagen? Die USA verschifften laut Statista im Jahr 2018 nur Waren im Wert von 120 Milliarden Dollar nach China – diese Güter sind heute schon weitgehend mit chinesischen „Gegenzöllen“ belegt. Der Rote Drache dagegen exportierte Produkte im Wert von rund 540 Milliarden US-Dollar in die USA. Da ist also noch Luft nach oben. In relativen Zahlen gehen satte 19 Prozent der chinesischen Ausfuhren in die USA. Dagegen sind es nur sieben Prozent der US-Exporte, die nach China verschifft werden.
Die USA haben zudem eine traditionell starke Binnenwirtschaft. Wenn importierte chinesische Güter zu teuer werden, werden sich umgehend heimische Firmen finden, die den Job übernehmen – oder Hersteller in Indien oder Südkorea, die in die Lücke springen. Umgekehrt hoffen natürlich auch die Hardliner in China darauf, dass künftig heimische Firmen die Produkte anbieten, die jetzt noch von den Amerikanern geliefert werden. Und wenn China Stimuli einführt, kann Amerika das auch; zudem könnte die Federal Reserve nun doch die Zinsen senken.

Drohende Yuan-Abwertung

Vielleicht wird Peking den Yuan gezielt abwerten, um die Exporte im Welthandel zu verbilligen. Das erodiert zwar die Kaufkraft der chinesischen Mittelschicht. Was von Peking durchaus gewollt sein könnte – denn viele Chuppies – Chinese Urban Professionals – würden aus Angst vor dem Yuan-Crash wohl ihr Geld in Immobilien anlegen, was den Kollaps des von hohem Leerstand geplagten Marktes verhindern könnte. Ansonsten dürfte auch der chinesische Appetit auf Gold angefacht werden.

US-Bonds als Machtmittel

Bleibt die nukleare Option: China ist der größte Halter von amerikanischen Bonds und könnte als Vergeltung US-Staatsanleihen auf den Markt werfen. Die Volksrepublik hält noch rund 1.200 Milliarden US-Dollar, Japan als Nummer Zwei etwa 1.000 Milliarden. Das würde die auf Pump laufende US-Wirtschaft erheblich treffen. Die erste Reaktion der Anleger belegt, dass noch niemand an diese Möglichkeit glaubt – doch Trader sollten sie im Hinterkopf behalten.
Fazit: Wie immer, wenn sich die Politik im Markt einmischt, ist Vieles ungewiss. Klar ist nur, dass die Volatilität anziehen dürfte, wenn die Lage eskaliert. Die Bernstein Bank wünscht Ihnen viel Erfolg bei Ihren Investments!

Wichtige Hinweise:

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