10.11.2022  – Gerade läuft ein Drama für die Bullen im Crypto-Markt ab: Die geplatzte Übernahme von FTX durch Binance sorgt für Misstrauen. Bitcoin rutschte auf ein Zweijahres-Tief.

Harte Zeiten für long-orientierte Trader und Investoren: Wegen der verkorksten Übernahmeschlacht ist Bitcoin abgetaucht, wie Sie hier sehr eindrucksvoll im Vier-Stunden-Chart von BTCUSD sehen. Wir gratulieren allen Short-orientierten Tradern. Bei der zweitwichtigsten E-Devise Ether sieht es kaum anders aus.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

Am gestrigen Mittwochabend gab es den großen Knall. Binance teilte über Twitter mit, es habe die Bücher von FTX geprüft und daraufhin Abstand von einem möglichen Aufkauf genommen. Auch verwies Binance auf Medienberichte, wonach FTX Kundengelder veruntreut haben soll. Binance schrieb auf Twitter: „Die Probleme sind außerhalb unserer Kontrolle und übersteigen unsere Möglichkeiten zu helfen.“

Wie seriös ist FTX?

Der Hintergrund: Die Website „Coindesk“ hatte vor einigen Tagen massive Schwachstellen im Geschäftsmodell von FTX und dem Schwesterunternehmen Alameda moniert. Daraufhin meldete der Chef von Binance, Changpeng Zhao, er werde sich von seinen FTT-Token trennen. FTT ist die Cyber-Devise, die von FTX herausgegeben wird. Der Hintergrund: Binance hatte 2019 in FTX investiert, allerdings kaufte im vorigen Jahr FTX die Binance-Anteile auf und  zahlte dafür in FTT-Token im Wert von 530 Millionen Dollar.

Bankrun

Nach der Ankündigung von CZ brach ein wahrer Crypto-Bankrun aus. Denn in den Büchern von FTX und Alameda liegen laut Medienberichten große Mengen an dem hauseigenen FTX-Coin FTT und Solana. Ein FTT war am Donnerstag noch knapp unter 3  Dollar wert – vor einer Woche waren es noch über 25 Dollar. Und auch Solana, die zur gleichnamigen Blockchain gehören, schwächelten: Zuletzt lag der Preis bei rund 14 Dollar, noch vor einer Woche waren es 36 Dollar gewesen. Neben FTX segelt jetzt auch der Hedge Fonds Alameda in gefährlichen Gewässern. Er hatte bislang als Market Maker auf FTX Käufer und Verkäufer zusammengebracht. Wenn er weg ist, könnte das neuen Druck für die Cryptos bedeuten, warnten die Analysten von Fundstrat.

Offenbar drohende Insolvenz

FTX muss sich laut Insidern nun auf ein Insolvenzverfahren einstellen. Medien berichten von einem Minus von bis zu 8 Milliarden Dollar; um kurzfristig zahlungsfähig zu bleiben, muss FTX 4 Milliarden Dollar aufbringen. Und das alles ausgerechnet bei einem der bisherigen Schwergewichte unter den Händlern für E-Devisen. FTX galt als einer der angesehensten Anbieter in der Crypto-Welt überhaupt. Denn die Firma hatte stets die Nähe zu Regulierern gesucht und immer wieder in Schwierigkeiten geratene Firmen aufgekauft.

Misstrauen überall

Da stellen sich viele Crypto-Jünger die Frage aller Fragen: Wie mies muss die Lage bei vielen anderen, weit kleineren Börsen sein? Schon im Mai war das Projekt Terra in die Knie gegangen – Anleger verloren Gelder in Höhe von 50 Milliarden Dollar. Und im Juli musste auch noch die Plattform Celsius Network Insolvenz anmelden. Leider sieht es nicht so aus, als ob der Verkaufsdruck damit aus dem Markt ist. Denn Anleger lieben keine Unsicherheit und müssen befürchten, dass ihre Wallets bei den diversen Crypto-Börsen nicht mehr sicher sind. Über dem ganzen Markt wabert ein giftiger Nebel des Misstrauens. Wie das „Handelsblatt“ ausgerechnet hat, rutschte der Market Cap aller Cryptos seit dem Wochenende von 1,05 Billionen Dollar auf etwa 844 Milliarden Dollar – ein sattes Minus von knapp 20 Prozent. Gegenbewegungen sind natürlich immer möglich. Behalten Sie also die Realtime-News im Blick – die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!

 

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