22.07.2022  – In China schwelt ein potenzielles Desaster für die Börsenwelt. Wenn dort der Immobilienmarkt kollabiert und reihenweise Banken umkippen, dann wird sich die Krise quasi durch den Globus hindurch bis zu uns fressen. Leider gab es zuletzt einige gefährliche Signale aus dem Reich der Mitte, die in den Mainstream-Medien bislang kaum Widerhall fanden.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Börsen der Welt stehen vor einer enormen Gefahr und keiner merkt es. Wenn Sie unseren Ausführungen unten folgen, dann ist es an der Zeit, sich sicherheitshalber mit ein paar Long-Positionen auf den Angstindikator VIX einzudecken, den Sie hier im Wochenchart mit dem 50er-Durchschnitt sehen. Falls die Krise eskaliert, wird er locker die alten Höhen aus der Corona-Krise erreichen.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

De facto ist der chinesische Immobilienmarkt wie ein Atomreaktor kurz vor der Explosion. Wir haben dieses Bild anhand des US-Katastrophenfilms „The China Syndrome“ aus dem Jahr 1979 gewählt. Der Streifen nahm die Havarie in Harrisburg vorweg. Damals gingen Experten davon aus, dass sich eine Kernschmelze tatsächlich in den Erdmantel hineinfressen würde – nicht zu stoppen, bis nach China auf der anderen Seite des Globus.

Handwerker bedienen Kredite nicht

Jetzt könnte es in umgekehrte Richtung gehen. Wie Bloomberg unter Berufung auf „Caixin“ berichtet, weigern sich derzeit hunderte Zulieferer für chinesische Projektentwickler, ihre Kredite zu bedienen. Sie verwiesen darauf, dass ihnen große Bauträger wie China Evergrande noch Geld schulden. Damit hat sich der Streik von Immobilienkäufern ins System vorgefressen.

Hypotheken-Streik

Zuvor hatte das Finanzblog „ZeroHedge“ berichtet, dass sich Millionen zornige Immobilienkäufer weigern, ihre Kredite zu bedienen – wobei sie juristisch gesehen im Recht seien, weil die meisten Wohnungen in den riesigen Plattenbauten nicht fertiggestellt sind. Es war jahrelang Usus in China, Apartments zu verkaufen, bevor sie gebaut wurden. Diese Praxis hat sich mit dem Kollaps von Evergrande gedreht. Offenbar hat sich der Hypotheken-Streik schon auf rund 300 Projekte in 90 Städten ausgeweitet; in rund 50 Städten hatte es zuletzt Demonstrationen gegeben. Vermutlich sind derzeit Millionen Kredite in Gefahr. Laut einer Mitteilung der chinesischen Banken sind derzeit nur Hypotheken in Höhe von 2,1 Milliarden Yuan oder 312 Millionen Dollar gefährdet. GF Securities Co. sieht allerdings mit 2 Billionen Yuan das Zehnfache im Feuer. Alles in allem halten chinesische Banken Hypotheken im Wert von 38 Billionen Yuan.

Die größte Asset-Klasse der Welt

Was uns nicht kalt lassen kann: Laut Goldman Sachs sind chinesische Immobilien mit schätzungsweise 62 Billionen Dollar die größte Asset Klasse der Welt. Craig Singleton von der Analyse-Firma Foundation for Defense of Democracies, sagte Fox News Digital, der stark mit Schulden finanzierte Immobilienmarkt sei ein großes strukturelles Problem: „China’s property sector makes up 30% of Chinese GDP, so even small deviations in that market can have outsized impact on China’s broader global domestic product and its broader growth.“

Kein Wunder, dass Peking die Banken angewiesen hat, die Kreditlinien für Projektentwickler auszuweiten. Damit wird das Risiko von den Immobilienfirmen zu den Banken verschoben. Und somit zum chinesischen Staat, der die meisten Kreditinstitute hält. Womit das 50 Billionen Dollar schwere chinesische Finanzsystem ins Wanken geraten könnte.

Drohende Kernschmelze

Das Fazit aus alledem: Das Bau-Problem könnte zu einem Super-GAU werden. Pleiten von Handwerkern und Baufirmen, umkippende Banken. Rezession. Konsumstreik. Börsen-Crash. Absturz der Immobilienpreise. Verarmung der Mittelschicht, die zu etwa 70 Prozent in Betongold investiert hat. Steigende Arbeitslosigkeit. Aufstände. Sie können sich die Folgen für die Weltkonjunktur vorstellen. Gerade weil die Ereignisse in China so wenig bekannt sind, wird eine Eskalation umso größere Folgen haben. Zugegeben: Das Thema schwelt seit Jahren und wir haben es an dieser Stelle auch schon behandelt. Doch jetzt spitzt sich die Lage offenbar zu. Behalten Sie also die Realtime-News im Blick – die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!


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