Daily trading news

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25.04.2022 – Heftiges Knirschen am japanischen Finanzmarkt: Der Yen präsentiert sich zum Dollar so schwach wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das ist die Folge der unterschiedlichen Geldpolitik: Während die USA die Zinsen anziehen, will Tokio über den Export weiter die von Covid gebeutelte Konjunktur ankurbeln – und braucht dafür eine billige Währung. Die Entwicklung hat auch für andere Assets Folgen.

Der Absturz des Yen ist in der Tat beeindruckend. Das Finanzblog „ZeroHedge“ kommentierte, die Bank of Japan sitze in der Falle. Sie halte die Rendite für die zehnjährigen Staatsanleihen bei 0,25 Prozent, damit müsse sie aber weiter Billionen von Yen in den Markt pumpen und so die Währung schwächen. Dagegen hat die US-Notenbank schon die Zinswende eingeleitet. Ergo: Dollar stark, Yen schwach. Und das verstärkt, seit sich die hawkishen Wortmeldungen aus der Federal Reserve häufen. Der steile Trend im Tageschart bedeutet, dass Anleger immer mehr Yen in die Hand nehmen müssen, um einen Dollar zu kaufen.

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

Für das „Wall Street Journal“ hat die Entwicklung Signalwirkung – dies könne auf breitere „market trouble“ hindeuten. Denn die schwächere japanische Währung erhöhe die Hedging-Kosten für Investoren im Nippon, die US-Assets halten. Damit erleben wir wohl einen Spillover vom Devisenmarkt an die Wall Street, falls sich große japanische Investoren von US-Aktien trennen. Vermutlich war der Ausverkauf vom Freitag ein Vorgeschmack auf diese Entwicklung.

Tokio will intervenieren

Am Freitag jedenfalls berichtete der japanische Fernsehsender TBS, Japan und die USA hätten eine koordinierte Intervention diskutiert, um einen weiteren Yen-Absturz zu verhindern. Allerdings würde das den Dollar schwächen und die US-Inflation weiter anheizen. Reuters berichtete unter Berufung auf eine Quelle in der japanischen Regierung, der japanische Finanzminister Shunichi Suzuki habe den Absturz des Yen als „scharf“ bezeichnet. Vor Reportern in Washington D.C. sagte der Politiker, er habe mit der amerikanischen Amtskollegin Janet Yellen eine enge Kommunikation vereinbart.

Washington sträubt sich

Offensichtlich konnte der Japaner die US-Finanzministerin aber nicht für eine Intervention gewinnen, kommentierte Daisaku Ueno, Chief Foreign Exchange Strategist bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Konkret: „That’s why Suzuki had little to say about what Yellen told him. Given the U.S. battles with rapid inflation through monetary tightening, it’s unthinkable Washington will agree to Japan’s call for intervention.“ Eine Intervention sei durchaus problematisch, kommentierte auch Masahiro Ichikawa, Chief Market Strategist bei Sumitomo Mitsui DS Asset Management.

Das Fazit: Entweder die japanische Notenbank gibt  ihre 0,25-Prozent-Barriere für japanische Anleihen auf. Womit Japan genau wie Europa und die USA die Zinsen erhöhen müsste. Oder wir sehen doch eine Intervention und erleben eine Short-Squeeze. Oder aber der Yen fällt ins Bodenlose. Wir behalten die Sache für Sie im Auge – und wünschen erfolgreiche Trades und Investments!

 

 

 


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