22.09.2021 –Special Report. Neue Nervosität bei den Cyber Currencies: Gary Gensler hat wieder Warnschüsse abgefeuert und sich negativ über digitale Währungen geäußert. Der Mann ist nicht irgendwer, sondern der Chef der US-Börsenaufsicht. Nach dem Absturz folgte bei Bitcoin zwar eine Gegenbewegung. Dennoch sollten Anleger die Realtime-News im Blick behalten. Wenn der Finanz-Sherriff ernst macht, wird es ungemütlich im wilden Finanz-Westen.

Casino im Wilden Westen

Trader, höret die Signale: In einer für Bürokraten außergewöhnlich deutlichen Form betonte Gensler gestern auf einer Online-Konferenz, dass sich alle Crypto-Exchanges bei der Securities and Exchange Commission registrieren lassen müssen und auch von der Behörde reguliert würden. Im Interview mit der „Washington Post“ sagte Gensler: falls nicht, „a lot of people are going to get hurt.“ Und weiter: Er sehe für die meisten Cryptos langfristig keine Überlebenschancen: “I don’t think there’s long-term viability for five or six thousand private forms of money.” Ferner kündigte er ein „investor-protection regime“ an. Und damit nicht genug: „We’ve got a lot of casinos here in the Wild West, and the poker chip is these stablecoins at the casino gaming tables.“

Banken-Aufsicht legt nach

Damit nicht genug. Auch das Office of the Comptroller of the Currency meldete sich mit einer Warnung zu Wort: Der Chef der Behörde, Michael Hsu, argumentierte, die Cyber-Währungen und Decentralized Finance könnten sich zu gleichen Risiken für das Finanzsystem entwickeln wie Derivate vor mehr als einem Jahrzent. Der Comptroller of the Currency überwacht in den USA das nationale Kreditwesen. Hsu wörtlich: “Crypto/DeFi today is on a path that looks similar to CDS in the early 2000’s,” sagte der Bürokrat in einem Webcast der Blockchain Association. Dann legte Hsu nach: „Crypto/DeFi solutions to problems in the real economy are rare.”

Angeblich nutzlos und gefährlich

Unser Fazit: Das staatliche Geld-Establishment hält E-Devisen für nutzlos und gefährlich und will die Crypto-Börsen an die Leine nehmen. Told you so. Wir vermuten, Gensler hat mit dem Interview einige Schüsse in die Luft abgefeuert, damit sich Anleger retten und er seine Hände in Unschuld waschen kann. Und nun dürfte er seinen Revolver nachladen. Beim nächsten Mal könnte es dann echte Treffer geben. Wahrscheinlich Crypto-Börsen, denen er Verfehlungen bei irgendwelchen Auflagen vorwirft.
So langsam wird es ungemütlich für die Bullen. Mutige Trader nutzen kurzfristige Überverkauft-Phasen für den häufig anstehenden Bounce. Der „CoinTelegraph“ beispielsweise merkte gerade an, dass der Crypto Fear & Greed Index zuletzt auf einem Dreimonatstief von 27 Punkten markiert hatte (das Hoch liegt bei 100). Die Bernstein-Bank wünscht viel Erfolg – wir halten Sie auf dem Laufenden!


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