Crash

Crash

14.01.2022 – Es gibt kein Entrinnen: Nach den Verbraucherpreisen senden auch die Erzeugerpreise ein akutes Warnsignal für die Börse aus. Zinsangst überall. Und ausgerechnet jetzt stehen die größten Häfen in China vor neuen Corona-Problemen – ein neuer Schock in der Lieferkette. Die Bären feiern.

Erzeugerpreise steigen wie zuletzt 1983

Auf dem Parkett verfestigt sich inzwischen die Ansicht, dass die Federal Reserve in diesem Jahr nicht nur dreimal, sondern viermal die Zinsen erhöhen wird. Mit einem ersten Zinsschritt im März. Und einige Börsianer glauben, dass die Fed damit einen gewaltigen Fehler macht und die Wirtschaft abwürgt. So, wie sie schon die Inflation anfangs nur als ein Übergangsphänomen eingestuft hatte.

Da sind sie, die Signale für das, was kommen dürfte: Die Inflationsrate in den USA liegt bei 7 Prozent. Der Producer Price Index zog im Dezember im Jahresvergleich um 9,7 Prozent an. Der PPI erreichte damit ein 39-Jahre-Hoch. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Verbraucher die höheren Erzeugerpreise in der Haushaltskasse spüren werden.

Die Zinsangst tobt

Ein Blick in die Details offenbart den politischen und wirtschaftlichen Sprengstoff dieser Statistik: Der Subindex bei den Erzeugerpreisen für Treibstoffe und Schmierstoffe zog um satte 13 Prozent an. Wer sein Auto braucht, verarmt. Dagegen sank der Subindex für Automobile und Ersatzteile um 2,7 Prozent – die Leute sparen also und legen sich kein neues Gefährt zu. Das verstärkte Sparen wird früher oder später zu einer Rezession in der Industrie führen.

Die Preissteigerung ist Futter für die Fed: Die US-Notenbank hatte ja schon vor einem Ausstieg aus dem Quantitative Easing und vor höheren Zinsen gewarnt. Entsprechend tauchten vor allem die Kurse an der Nasdaq und im S&P 500 ab. Vor allem unprofitable Tech-Stocks wurden auf den Markt geworfen. Wir hatten schon auf die Gefahren für diese Titel hingewiesen: Wer auf Pump arbeitet, muss höhere Zinsen fürchten. Der SPX hängt jetzt zitternd in der 50-Tage-Linie. Und auch der Inflationshedge Bitcoin ist in der Region von 43.000 weit vom Allzeithoch entfernt. Was wohl an den Erwartungen für steigende Zinsen liegen dürfte.

Zinswende hinter den Kulissen

Ein weiteres interessantes Zinswende-Factlet: Die 30jährigen Hypothekenzinsen in den USA ziehen an. Sie haben inzwischen 3,52 Prozent erreicht. Anfang Dezember 2020 waren es noch 2,85 Prozent gewesen. Was sagt uns das? Die Hypothekenbanken können inzwischen höhere Zinsen durchsetzen, weil die Häuslebauer von steigenden Zinsen ausgehen und lieber jetzt noch einen Kredit aufnehmen.

Lieferschock in China

Und ausgerechnet jetzt erreicht die Broker eine neue Hiobsbotschaft aus China: Im Reich der Mitte spitzt sich wegen der Omikron-Variante die Krise in den Lieferketten zu. Laut Bloomberg fällt der wichtige chinesische Frachthafen Ningbo südlich von Shanghai aus – das ist der drittgrößte Containerhafen de Welt. Spediteure stellen wegen Corona ihre Arbeit ein. Die Reedereien leiten ihre Ozeanriesen nach Shanghai und Xianmen um – doch diese Häfen sind sowieso schon überlastet. Das dürfte die Preise weiter anheizen.

Die Frage ist in dieser Gemengelage, ob wir eine Gegenbewegung nach dem jüngsten kleinen Ausverkauf sehen. Oder ob die Anleger vor dem Wochenende lieber aussteigen. Die Bernstein-Bank wünscht viel Erfolg bei Ihren Trades und Investments!

 

 


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