19.05.2022 – So sieht es also aus, wenn die Teuerung die Börse erreicht: Die Einzelhändler Walmart und Target haben ihre Prognosen gekappt. Was einen Verkaufsrausch auslöste. Und wenn noch Jerome Powell mit einer extrem hawkishen Äußerung dazu kommt, dann haben wir den Salat.

Welch ein Fest für die Bären: minus 5 Prozent für den Nasdaq 100. Minus 3,6 Prozent für den Dow Jones, ein Verlust von 4 Prozent für den S&P 500. Beide Indizes verbuchten den schlimmsten prozentualen Tagesverlust seit dem 11. Juni 2020. Ist es jetzt Zeit für eine Gegenbewegung? Noch sieht es nicht danach aus, wie der Blick auf den Stundenchart des SPX 500 belegt.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

Erst Walmart, dann Target – zwei Giganten aus dem US-Einzelhandel hatten die Kurslawine losgetreten, auch andere Händler gerieten unter Druck. Die Supermärkte spüren den deutlichen Kostenanstieg im ersten Quartal – höhere Preise für Benzin, steigende Preise für die Produkte, anziehende Löhne, Kaufzurückhaltung bei den Kunden, wenn alles zu teuer wird. Target verloren zwischenzeitlich satte 25 Prozent – heftig, heftig. Der größte Tagesverlust seit 1987.

Aggressive Fed

Und dann war da noch Jerome Powell. Schon etwas verwunderlich, dass die Börse eine Weile brauchte, um sein klares Statement zu verarbeiten: Schon am Dienstag sagte der Fed-Chef, die US-Notenbank werde die geldpolitischen Zügel solange anziehen, bis die Inflation unter Kontrolle sei. Erst müsse es klare und überzeugende Anzeichen dafür geben, dass der Preisauftrieb nachlasse, betonte er auf einer Veranstaltung des „Wall Street Journal“. Ein aggressiveres Vorgehen sei durchaus möglich.

50er-Schritte voraus

Und weiter: Falls nötig, werde die Fed auch ohne Zögern über das neutrale Niveau hinausgehen. Dieses neutrale Niveau sind 25 Basispunkte – dann bekräftigte der Fed-Chef, dass weitere 50er-Schritte wahrscheinlich seien, so lange die Lage der Wirtschaft sich nicht grundlegend verändere. Wörtlich hieß es: “If that involves moving past broadly understood levels of neutral we won’t hesitate to do that.” Jedenfalls müsse die Inflation viel näher an das Ziel von 2 Prozent gesenkt werden. Da ist einiges zu tun: Derzeit liegt die Teuerung mit 8,3 Prozent auf dem höchsten Stand seit vier Jahrzehnten.

JPMorgan kommentierte: Don’t fight the Fed – sie wolle ein schwächeres Wachstum. Ein starker Dollar, niedrigere Börsenkurse, höhere Hypotheken-Zinsen dürften die Nachfrage abschwächen. Allmählich werde dies zu einer sinkenden Nachfrage nach Arbeitskräften führen. Dem ist nichts hinzuzufügen – die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!

 


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