Sieben gute Gründe für den Crash

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15.09.2021 –Special Report. Welcome back: Der S&P 500 ist zurück an der 50-Tage-Linie. Hier hat er in den vergangenen Monaten in schöner Regelmäßigkeit aufgesetzt, um dann wieder gen Norden zu ziehen. Alles also scheinbar ganz easy. Genau diese Hoffnung auf ein allzu leicht auszurechnendes Muster könnte fatale Folgen haben. Ein Skeptiker nennt mögliche Auslöser.

Regelmäßig aufgesetzt

Einmal mehr hat der US-Leitindex auf dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt aufgesetzt, der zuletzt bei 4443 Zählern verlief. Das war auch der Fall Mitte August, Mitte Juli, Mitte Juni, Mitte Mai und Ende März. Und jedesmal ging es danach auf zu neuen Rekorden – der Chart sieht aus wie ein Stein, der übers Wasser springt. Der Finanznewsletter Real Investment Advice geht übrigens davon aus, dass das Tief im aktuellen Zyklus erst am 21. September erreicht wird. Der Dienst gehört RIA Advisors, das ist ein Hedge Fonds aus Houston, Texas, der rund 800 Millionen Dollar verwaltet. Wir meinen: Ein korrektes Timing dürfte schwierig sein.
Und falls die 50er-Linie nachhaltig durchbrochen wird, wartet als nächster Stopp die 200-Tage-Linie bei 4040 Punkten. Und darunter wäre in einem Crash noch genug Platz. Doch was könnte einen solchen Absturz auslösen? Da die Stimmung in den vergangenen Wochen so wunderbar war, lassen wir mal wieder einen Mahner und Warner zu Wort kommen.

Sorglosigkeit und Cyber Crime

Alex Pollock vom Blog „LawLiberty“ sieht sieben Gründe, warum es zu einer neuen Finanzkrise kommen könnte. ERSTENS: Niemand sieht es kommen. Schon die damalige Chefin der Federal Reserve, Janet Yellen, sagte 2017: “ I don’t See a financial crisis coming in our lifetimes.” ZWEITENS ein bösartiger Makro-Hack des Finanzsystems. Pollock hält es für möglich, dass staatlich unterstütze Cyber Gangster das System attackieren, das komplett auf IT gestützt ist. Wir meinen: Wenn Sie mal spannende Lektüre suchen, dann lesen Sie sich ein zu den Banden Hafnium, REvil oder Lazarus – China, Russland, Nordkorea.

Die Everything Bubble

Kommen wir zu DRITTENS – ein kollektives Versagen aller Zentralbanken. Für Pollock sind die Notenbanker zu Sklaven der von ihnen geschaffenen Blasen geworden. Tatsächlich hat die weltweite Verschuldung nach Angaben des Institute of International Finance im zweiten Quartal einen neuen Rekordwert von 296 Billionen Dollar erreicht. Wir fragen uns: Wer soll das jemals zurückzahlen? Und vermuten, dass die Regierungen der Welt nur über eine massive Inflationierung und damit automatisch höhere Steuereinnahmen dazu in der Lage sind. Laut Pollock müssten dann aber irgendwann die Notenbanken mit höheren Zinsen gegensteuern – und die sind Gift für Aktien. Dann werde die „Everything Bubble“ implodieren.

Immobilien- und Stromkrise

Damit zu Punkt VIER: einem Kollaps im Immobilienmarkt. Aktuell stiegen die Preise in den USA um sagenhafte 18 Prozent jährlich, in 20 weiteren Ländern sie es ähnlich. Die Property Bubble habe epische Proportionen erreicht. Irgendwann müssten die Hypotheken-Zinsen wieder steigen und viele können die Hypothek nicht mehr bedienen. Der FÜNFTE Gefahrenfaktor: Ein großes Versagen in der Stromversorgung. Da das Finanzsystem Energie brauche, könne ein Anschlag oder eine solare Eruption heftigen Schaden anrichten. Dann bräuchten alle Cash oder Goldmünzen.

Corona und China

SECHTENS könne eine neue Pandemie-Runde den Markt in die Knie zwingen. Dann würden die Regierungen der Welt wohl wieder Lockdowns verhängen und die Wirtschaft abwürgen. Bleibt als PUNKT SIEBEN ein größerer Krieg. Der Autor verglich das heutige China mit Deutschland im Jahr 1913. Er verwies auf den Harvard-Professor Graham Allison: “A disastrous war between the United States and China in the decades ahead is not just possible, but much more likely than most of us are willing to allow.” Der Knackpunkt sei die Unabhängigkeit und Freiheit von Taiwan. Schon Mao haben die Kämpfe der Chinesen und Amerikaner auf der koreanischen Halbinsel als großen Erfolg gesehen – auch aus innenpolitischen Gründen.
Das Fazit aus alledem: Wer denkt, dass diesmal aus einem der oben genannten Gründen der Trend bricht der kauft am besten Shorts. Wer glaubt, dass sich gar nichts geändert hat, sollte long gehen. Vor allem die Geldpolitik bietet bullishe Argumente. Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!


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