Terra zieht Bitcoin in den Abgrund

 

12.05.2022 – Jetzt wird es brenzlig für Bitcoin: Die größte Crypto-Währung hat  die wichtige Marke von 30.000 Dollar durchbrochen. Vieles an dieser bearishen Lage ist die Schuld der buckligen Verwandtschaft: Der Übeltäter ist der Stablecoin Terra. Wir erläutern die Hintergründe.

Das sieht nicht gut aus für die Bullen. Die langfristige, seit Januar 2021 aufgebaute Unterstützung bei rund 30.000 Dollar ist gerissen, wie Sie im Tageschart anhand der oberen roten Linie erkennen. Zwar wäre in dieser überverkauften Lage mal eine Gegenbewegung angesagt. Zumal der jüngste Abwärtstrend gleich zwei Kurslücken gerissen hat, die wieder geschlossen werden wollen – siehe Gap 2 und Gap 3. Doch das kann eine halbe Ewigkeit dauern, wie Sie an Gap 1 erkennen.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

Die Faktoren dafür hatten wir an dieser Stelle jüngst erläutert. Vor allem die generelle Risikoscheu, die von der Wall Street herüberschwappt sorgt für Verkäufe. Zudem fiel die Inflation zwar etwas schwächer aus, aber höher als befürchtet. Im April kletterten die Verbraucherpreise um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im März hatte die Inflationsrate bei 8,5 Prozent gelegen. Somit hat sich die Teuerung in den USA erstmals seit August 2021 abgeschwächt. Eigentlich sollte solch eine hohe Inflation die Anleger in Assets treiben, die nicht durch die Notenbank über eine Erhöhung der Geldmenge ausgehöhlt werden können.

Reserven werden aufgelöst

Andererseits ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Wirtschaft leidet und viele Leute in der Arbeitslosigkeit landen – und von den Reserven leben müssen. Nach Daten des digitalen Vermögensverwalters Coinshares haben Anleger seit Mitte März rund 300 Millionen Dollar aus Cryptos abgezogen, davon alleine 250 Millionen Dollar aus Bitcoin. Zudem zieht die Fed die Zinsschraube an, andere Assets wie Staatsanleihen sind dann attraktiver, denn die Kupons werfen Zinsen ab.

Terra stürzt ab

Doch es gibt noch einen anderen Grund für das Bitcoin-Debakel: Gerade geriet der drittgrößte Stablecoin TerraUSD in heftige Turbulenzen. Solche Stablecoins sollen eigentlich eng um den Gegenwert des Dollar schwanken. Dieser Peg nutzte jedoch nichts – am Dienstag tauchte Terra ab bis auf 60 Cents. Die Geschwister-Währung Luna, die frei flottiert, meldete innerhalb einer Woche einen Verlust von über 90 Prozent.

Das  Deckungskonsortium Luna Foundation in Singapur hatte zunächst versucht, frisches Geld einzutreiben. Terra-Schöpfer Do Kwon wollte laut CNBC mehr als 1 Milliarde frische Dollar einsammeln. Ferner versuchte er, mit dem Verkauf seiner Bitcoin-Token-Reserve im Wert von etwa 2 Milliarden Dollar den Kurs von Terra zu stützen. Doch gestern brach Terra bis auf weniger als 30 Cents ein. Inzwischen hat sich die Lage hier etwas beruhigt, während Sie diese Zeilen lesen, kann sich alles auch schon wieder gedreht haben. Das Ganze könnte auch eine konzertierte Short-Attacke auf Terra und damit BTC gewesen sein: Laut dem Finanzblog „ZeroHedge“ dementierten aber die Großinvestoren BlackRock und Citadel jeden Angriff auf den Dollar-Peg von Terra.

Analyst sieht BTC bei 17.000

Unser Fazit: Die Gemengelage ist unübersichtlich, was hinter den Kulissen passiert, ist schwer zu erfassen. Fakt ist nur, dass Bitcoin in eine prekäre Chartregion abgetaucht ist. Der Analyst Jeffrey Halley vom Forex-Broker Oanda rechnet auf technischer Basis mit einem Abrutschen des Bitcoin-Kurses bis auf 17.000 Dollar. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und halten Sie auf dem Laufenden!

 

 


Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten. CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 81% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 81% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.