20.07.2022  – Es ist vorbei – Schluss mit der Talfahrt an der Börse: Wenn es nach dem bislang größten Bär an der Wall Street geht, steht uns eine Hausse bevor. Denn laut der Bank of America war der Pessimismus unter Fondsmanagern selten größer. Der gestrige Kurssprung bei den Aktienindizes unterstützt diese These.

Endlich wieder ein Freudentag für die Bullen – die Wall Street gab gestern den Takt vor, der DAX folgte. Besonders beeindruckend der Sprung beim Dow Jones, den Sie im Tageschart sehen. Der US-Leitindex hat die 50-Tage-Linie durchbrochen, der nächste Halt könnte die 200-Tage-Linie sein.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

Erleben wir also gerade eine Kehrtwende? Wer weiß. Schon vorigen Donnerstag kommentierte Bloomberg, Spekulanten im Futures-Markt seien extrem short positioniert. Für das Finanzblog ZeroHedge ein klarer Kontraindikator; das Blog urteilte weiter, sowohl Retail-Anleger als auch Institutionelle würden bald das Handtuch werfen, weil sie vom ständigen „Buy the Dip“ frustriert seien. Und gestern dann der große Tag an der Wall Street.

Komplette Kapitulation

Gestern veröffentlichte auch Michael Hartnett, Chief Investment Strategist der Bank of America, seine neueste Umfrage unter Fondsmanagern für den Monat Juli. Das erstaunliche Ergebnis: „full capitulation“ und ein „dire level of investor pessimism.“ Obwohl Hartnett schlechte Fundamentaldaten für das zweite Halbjahr 2022 sieht, urteilte er „sentiment says stocks/credit rally in coming weeks.“ Und hier noch ein wenig Investment-Speak, damit Sie sich selbst ein Bild machen können: „H2’22 fundamentals poor but sentiment says stocks/credit rally in coming weeks“. Und weiter: „contrarian Q3 trade is risk-on if no Lehman, CPI down, Fed pause by Xmas…short cash-long stocks, short US$-long Eurozone, short defensives-long stocks banks & consumer.“

Fondsmanager extrem pessimistisch

Hier einige Details aus dem Fund Manager Survey (FMS). Die Umfrage lief zwischen dem 08. und 15. Juli, befragt wurden 293 Experten mit einem verwalteten Vermögen von 800 Milliarden Dollar. Laut der Studie haben die Fondsmanager ein Allzeit-Tief bei den Erwartungen für das globale Wachstum erreicht: Demnach sind die globalen Wachstumserwartungen auf minus 79 Prozent gesunken; die Erwartung einer neuen Rezession steht auf dem höchsten Stand seit Mai 2020. Auch die Gewinnerwartungen haben ein neues Allzeittief erreicht. Gleichzeitig lägen die Cash-Level verglichen mit den Assets under Management mit 6,1 Prozent auf dem höchsten Stand seit dem 11. September 2001. Und die Aktien-Allokation auf dem niedrigsten Level seit dem Lehman-Crash.

Dollar und Commodities im Visier

Der BofA Bull & Bear Indicator liegt auf dem tiefst möglichen Allzeittief von 0.0. Und 76 Prozent der Befragten sehen einen Kollaps der Inflation im kommenden Jahr. Die Erwartung liege jetzt bei einer Stagflation – die Federal Reserve werde die Zinsen noch um 150 Basispunkte anheben und ihre Politik bei einer Kern-Inflationsrate von unter 4 Prozent ändern müssen. Der am stärksten überfüllte Trade sei aktuell long Dollar – damit müsste der Greenback bald abtauchen; der danach meist überlaufene Trade ist long Commodities/Energie.

Die Bottom Line: Der bislang größte Bär an der Wall Street hat sich in einen Bullen verwandelt. Wir sind gespannt, ob sich der von der Bank of America beobachtete übermäßige Pessimismus jetzt tatsächlich in eine Hausse dreht. Und ob der gestrige Tag der Startschuss dafür war. Die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!


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