Zahmer als befürchtet

Daily trading chart

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05.05.2022 – Sie hat es also getan: Die Federal Reserve hat erstmals seit dem Jahr 2000 die Zinsen um 50 Basispunkte angehoben. Und die Börsen feiern – scheinbar ist das paradox. Das passt aber sehr wohl zusammen, weil viele Anleger noch drastischere Schritte befürchtet hatten. Die Frage ist, ob damit die Zinsangst endgültig beseitigt ist.

Der Markt dürfte noch eine Weile über die neue Lage grübeln. Zwar reagierten die Indizes gestern mit einem großen Plus. Am heutigen Donnerstag jedoch tendierten die US-Futures erstmal schwächer. Immerhin: Gestern markierte der im S&5 500 laut „ZeroHedge“ den größten Tagesgewinn an einem Zinserhöhungstermin seit dem November 1978. Die Reaktion sehen Sie hier sehr schön im Stundenchart des SPX.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

Die Gründe für die positive Entwicklung: Fed-Chef Jerome Powell erteilte für die nahe Zukunft Spekulationen über eine Erhöhung der Zinsen um 75 Basispunkte in einem Schritt eine Absage. Er sagte: „A 75 basis point increases is not something the committee is actively considering“ und ergänzte, „next couple of meetings“, würden 50-Punkt-Anhebungen bringen.

Tightening wie erwartet

Zudem fällt das Tightening in etwa so aus, wie erwartet. Ihre Bilanz, die im Zuge der Corona-Stütze fast 9 Billionen Dollar angewachsen ist, will die Fed nun rasch schrumpfen. Ab Juni sollen monatlich auslaufende Anleihen im Wert von insgesamt 47,5 Milliarden US-Dollar nicht erneuert werden, wie die Zentralbank ankündigte. Bis September soll die monatliche Summe auf 95 Milliarden Dollar anziehen. Auf dem Parkett waren Gerüchte über tiefere und schnellere Einschnitte kursiert. Weiter hat Powell klargemacht, dass er durchaus das Risiko einer Rezession sieht – womit hoffentlich die Gefahr einer Überreaktion gebannt ist.

Überzogener Pessimismus

Steve Englander von Standard Chartered kommentierte die Lage so: Viele Investoren hätten ein Umschalten auf 75 Punkte befürchtet und ein Tightening weit über neutral. „So it is fair to say that positioning and excess pessimism reflect a big part of the market reaction. (…) we also saw a few tentative indications that the Fed sees a little more risk of a slowdown (or at least a moderation in activity), and that it did not want to endorse the most hawkish views under discussion at this point. (…) Overall, the tone was much more balanced than at the January and March FOMC meetings.“

Zu viel Optimismus?

Allerdings ist damit für die Bullen noch keinesfalls Entwarnung angesagt. Im Mai 2000 beim letzten 50-Punkte-Schritt war der Zinssatz auf 6,5 Prozent gestiegen – kurz vor dem Platzen der Dot-Com-Blase. Jetzt aber liegen wir mit dem US-Leitzins nur bei 0,75 bis 1,00 Prozent. Doch die Inflationsrate in den USA hat im März mit 8,5 Prozent den höchsten Stand seit über 40 Jahren erreicht. Gut möglich, dass die Teuerung wegen des Ukraine-Kriegs und neuer Corona-Probleme für die Lieferkette noch weiter nach oben springt. Gleichzeitig wird das Tightening der Fed den Märkten erstmal kräftig Liquidität entziehen.

Das Fazit aus alledem: Die Fed hat erst einmal die Nerven beruhigt. Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!

 

 


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