Fed senkt – Europa schließt – DAX crasht

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16.03.2020 –Daily Report. Im weltweiten Handel tobt der nackte Horror. Nach der Schließung der Grenzen in Deutschland und dem weitgehenden Ausnahmezustand in Europa bricht der DAX zum Wochenbeginn ein bis auf gut 8.400 Punkte. Auch die Notfall-Zinssenkung der Federal Reserve auf nahe Null wurde als Zeichen der Panik gewertet. Was helfen auch billige Kredite, wenn zuhauf Firmen umkippen? Die Menschen brauchen Cash zum Überleben.

Börse Frankfurt stürzt ins Bodenlose

Welch ein Absturz am deutschen Aktienmarkt: Der DAX taumelte weit unter die 9.000 Punkte und notierte zuletzt 7 Prozent im Minus bei 8.510 Zählern. Über Nacht hatten die crashenden US-Futures für pure Angst bei den Bullen gesorgt. Die Kontrakte auf die US-Indizes wurden zeitweise „Limit Down“ gehandelt, das heißt das Minus wurde auf maximal 5 Prozent gekappt. Gold hielt sich einigermaßen stabil und gab 1,6 Prozent nach auf 1.521 Dollar.

Das große Fed-Desaster

Der Zinsschritt der US-Notenbank wurde von vielen Brokern als Signal der Verzweiflung gewertet. So hat die Fed den Leitzins überraschend um einen ganzen Prozentpunkt auf fast null Prozent gesenkt. Immerhin kündigte die Fed ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken an. Weiter wollen die Währungshüter Treasuries und mit Immobilien unterlegte Schuldtitel im Wert von 700 Milliarden Dollar kaufen. Wie schlimm steht es also um die US-Banken?

Keine US-Aktienrückkäufe mehr

Da passt eine Meldung des Financial Service Forum ins Bild, das ist eine Lobby-Organisation der wichtigsten US-Banken. Demnach wollen alle großen Kreditinstitute in den USA, darunter JPMorgan und Goldman Sachs bis Ende des zweiten Quartals auf Aktienrückkäufe verzichten. Genau also dann, wenn die Börse die Stütze am nötigsten hätte, trocknet die Liquidität weiter aus. Immerhin teilten die Banken mit, sie wollten lieber notleidende Firmen unterstützen.

Corona killt Hedge Fonds

Derweil meldete das Blog „Dealbreaker.com“ das erste Opfer von Covid-19 in der Hedge-Fonds-Industrie: Solus Alternative Asset Management, bekannt aus Investments in Toys “R” Us, wird seinen Flaggschiff-Fonds schließen, die Auszahlungen einschränken und ansonsten daran arbeiten, seine Assets zu verkaufen. Als Begründung nannte Solus eine massive Welle von Abbuchungen – und die Corona-Krise mache es schwierig, Cash dafür aufzutreiben.

Asienbörsen im Tiefflug

Am Montag rutschte der CSI-300 in China um 4,3 Prozent auf 3.728 Zähler ab. Wie erwartet fielen die Produktionsdaten aus der Industrie und Zahlen aus dem Einzelhandel enorm schlecht aus. Der Nikkei-

225 in Tokio schloss mit einem Minus von rund 2,5 Prozent bei 17.002 Zählern. Die japanische Notenbank kündigte Ankäufe von Indexfonds und anderer Anlagen an. Die kurz- und langfristigen Zinsziele behielt die Notenbank bei.

DAX-Gewinn verpufft

Der DAX hatte schon am Freitag eine reich gedeckte Tafel für alle Trader geliefert, die den richtigen Riecher hatten. Fast bis an die 10.000 ging es rauf, dann wieder runter. Letztlich schoss der DAX am Freitag um magere 0,8 Prozent höher bei 9.232 Punkten. In der vorigen Woche lag die DAX-Rendite damit bei sagenhaften minus 20 Prozent. Der DAX lieferte zudem den Beleg dafür, dass die Leute keine Kredite brauchen, sondern echte Stütze. Ein Marshall-Plan muss her. So verpuffte die von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) versprochene „Bazooka“, also unbegrenzte Kredite für kleine und mittlere Firmen.

Deshalb Nord-Italien

Wenn Sie sich aktuell fragen, warum ausgerechnet Nord-Italien so schwer von Corona getroffen wurde, dann rufen Sie sich ins Gedächtnis, dass dort tausende chinesische Sweatshops mit rund um die Uhr schuftenden Billigarbeiten die traditionelle Fertigung in der italienischen Mode- und Lederindustrie verdrängt haben. Gerade verwies das Blog AltNewsMedia darauf, dass in den vergangenen Jahren rund 100.000 Arbeiter aus Wuhan und Wenzhou nach Nord-Italien gezogen sind. Hier steht illegaler Menschenhandel durch die chinesischen Triaden im Raum. Direktflüge zwischen Wuhan und Mailand gibt es übrigens wieder ab April. Wie viele Menschen hätten bei einer breiten Beleuchtung solcher Hintergründe in den deutschen Medien eine Reise nach Florenz oder Venedig vermieden oder sich richtig am Markt positioniert?

Wenn Sie also richtig traden wollen, dann konsumieren Sie möglichst wenig Mainstream. Lesen Sie bei uns die Gegenstimme – wir tun mit unserer kleinen Redaktion alles, um interessante, bislang wenig beachtete Dissidenten-News auszugraben.

Späte Rally in New York

Auch US-Broker hatten am Freitag auf ungefilterte News von Donald Trump gewartet – und der lieferte. Mit der Ausrufung des Nationalen Notstandes demonstrierte er zum einen Entschlossenheit – und zum anderen umging er damit das von den zickenden Demokraten beherrschte Unterhaus. Die Dems verweigern sich beispielsweise einer massiven Steuersenkung. Nun werden von Trump sofort Bundesmittel in Höhe von 50 Milliarden Dollar frei. Dazu kommen die Aussetzung von Zinsen für Uni-Kredite, Schnelltests, mobile Test-Stationen, dazu schon zuvor drastische Einreiseverbote. Plus noch Kredite für kleine Unternehmen.

So zog der Dow Jones Industrial zur Schlussglocke um 9,4 Prozent an auf 23.186 Punkte. Auf Wochensicht lag die Dow-Rendite bei gut 10 Prozent im Minus. Der S&P 500 erholte sich um 9,4 Prozent auf 2.711 Stellen. Und der Nasdaq 100 legte um 10,1 Prozent zu. Auch Konjunkturdaten hatten die späte Rally an der Wall Street nicht gebremst: Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan ist im März deutlich von 101,0 auf 95,9 Punkte zurückgegangen.

Feier am Ölmarkt schon wieder abgeblasen

Weiter meldete Trump die Aufstockung der Strategic Petroleum Reserve in den USA, das stützt die heimisch Öl-Industrie. Die Reserven belaufen sich aktuell auf 635 Millionen Barrel, damit bleiben nur rund 90 Millionen Barrel für den Einkauf übrig. Amerika hat in riesigen Salzdomen Erdöl für schlechte Zeiten gebunkert. Nach dem Plus vom Freitag brach am Montag jedoch WTI um 5 Prozent ein auf 30,17 Dollar, Brent verbilligte sich um 6,8 Prozent auf 33,02 Dollar.

Das bringt der Tag

Die einzig wichtigen Konjunkturdaten stehen am Montag mit dem Empire-State-Index um 13.30 Uhr an. Den Überblick finden Sie wie immer hier: Market Mover

Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades!


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