Crisis trading

Crisis trading

 

23.05.2022 – Jetzt ist es offiziell: Die Börse ist in den Bärenmarkt eingebogen. Die breite Wall Street hat seit dem Allzeithoch im Januar um 20 Prozent korrigiert. Daran ändert auch die späte Erholung vom Freitag wenig. Doch die Nacht ist am Dunkelsten kurz vor dem Sonnenaufgang. Schon haben sich erste Experten mit Hoffnungssignalen für alle Bullen zu Wort gemeldet.

Das waren harte Tage für alle long-investierten Trader und Investoren: Der Dow Jones hat laut dem Finanzblog ZeroHedge satte acht Verlustwochen hintereinander vorgelegt – die längste Negativserie seit 1923! Im SPX wird die Sache auf kurze Sicht noch drastischer: Am 01. April stand der S&P 500 bei 4.546, am Freitag ging es runter bis auf 3.901 – ein hübscher Verlust von 14,2 Prozent in nur eineinhalb Monaten. Zudem habe der Index zwischenzeitlich die „Maginot-Linie“ bei 3.855 durchbrochen und sich auf dem Niveau von März 2021 bewegt. Der SPX habe sich damit beim Russell 2000 eingereiht und bei der Nasdaq (beide knapp minus 30 Prozent). Nur der Energiesektor stemmte sich mit rund 5 Prozent gegen den Trend. Bei Super-Techs wie AAPL, AMZN, GOOG, NFLX, und TSLA gab es die größten Verluste.

Apple als Trendbarometer

Interessant ist, wie stringent Apple sich zuletzt bewegt hat. Zunächst ging es nach der Verdauung des Ukraine-Schocks konsequent nach oben – lauter weiße Kerzen im Tageschart ab der ersten März-Woche. Und in der Korrektur seit Ende März dann ziemlich verlässlich die Baisse.

 

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

JPMorgan sieht Rebalancing

Und damit lassen wir die Bullen zu Wort kommen. Eine Aussage aus der Investmentbank JP Morgan ließ uns gerade aufhorchen. Zum einen hielt Analyst Nick Panigirtzoglou mindestens einen Short-Term-Bounce für möglich. Der Grund: Bis Ende Mai sieht JPM Aktienkäufe in Höhe von 34 bis 56 Milliarden Dollar am Horizont. Der Grund sei das Rebalancing bei großen Investmentfonds. Soll heißen: Kundengelder müssen angelegt werden, mit den gesunkenen Kursen bei Aktien steht denen zu viel Cash gegenüber.

Und auch die Norges Bank stieß ins gleiche Horn: Demnach dürften bis zum Quartalsende in den USA von Investmentfonds rund 40 zusätzliche Milliarden Dollar in Aktien fließen – und noch weitere 136 Milliarden Dollar aus Pensionsfonds. Anlagestau also, der aufgelöst werden muss.

US-Wirtschaft nicht ganz so schwach

Neben den Quants gab auch Trader Andrew Tyler, ebenfalls von JPMorgan, eine bullishe Meinung zu Protokoll. Demnach gehe es der US-Wirtschaft besser, als viele glaubten – es gebe eine Divergenz zwischen der Ökonomie und den Finanzmärkten. Es werde eine Weile dauern, bis beides in Einklang sei. Weiterer Abwärtsdruck sei zu erwarten, doch Aktien und Commodity-nahe Assets seien die besten Anlagen für jeden Zeithorizont. Zudem werde Tech den Markt nach unten oder nach oben bewegen, diese Titel seien eine Herausforderung, böten aber Handelschancen für kurzfristig orientierte Trader.

Übersetzung: Inzwischen ist die Stimmung schlechter als die Lage, womit der Abwärtstrend überzogen ist. Was sich irgendwann in den Unternehmensgewinnen zeigen dürfte. Wir sind gespannt – die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades und Investments!

 

 


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