Crash

 

17.06.2022 – Mächtig was los derzeit: Großbritannien und die Schweiz haben jetzt auch die Zinsen erhöht. Japan weigert sich weiter. Die Folge: Der Yen taucht ab. Auch Aktien schmieren ab, weil höhere Zinsen nicht nur die Inflation bekämpfen, sondern zudem Kapital aus dem Finanzmarkt saugen. Währungen mit hohem Zins zeigen sich dagegen robust.

Wir kommen derzeit mit den Meldungen kaum hinterher. Und es fällt schwer, den interessantesten Chart in diesen turbulenten Zeiten herauszupicken. Wir haben uns für den Vier-Stunden-Chart von CHFJPY entschieden – hier hat sich ein hübscher Aufwärtskanal aufgebaut. Wir sehen abgesehen von Gewinnmitnahmen, einer Intervention oder einer radikalen, aber unwahrscheinlichen Kurswende in Tokio keinen fundamentalen Grund dafür, warum sich das ändern sollte.

Quelle: Bernstein Bank GmbH

 

Das ist geschehen: Am heutigen Freitag hat sich die japanische Notenbank erneut geweigert, den japanischen Yen zu stützen. Der kurzfristige Leitzins bleibt bei minus 0,1 Prozent, das Ankaufprogramme von Staatsanleihen und anderen Wertpapiere ändert sich nicht. Die Bank of Japan hält am Zinsziel von 0,25 Prozent für die zehnjährigen Japan-Bonds fest. Im Ergebnis schwächt das den Yen. Anders ausgedrückt: Die BoJ kauft weiter fleißig eigene Staatsanleihen, um die Rendite an dieser Marke zu halten, natürlich mit gedruckten Yen.

Zinserhöhung in Großbritannien

Am Abend zuvor waren die Wall Street und die europäischen Börsen kräftig in die Knie gegangen. Denn die Zinswende weitet sich aus. Nach der Federal Reserve hat die Bank of England den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent erhöht. Da wird wohl noch mehr kommen: Denn die Währungshüter sagten für die Insel eine Inflation von mehr als 11 Prozent im Oktober dieses Jahres voraus.

Schweiz hebt Leitzins an

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach über sieben Jahren erstmals wieder die Zinsen erhöht. Der Leitzins und der Zins auf Sichteinlagen werden ab dem 17. Juni um einen halben Prozentpunkt von minus 0,75 Prozent auf minus 0,25 Prozent heraufgesetzt. Ein Schritt, der die Börsianer überall schon ein wenig erschreckte. Zumal sich viele Investoren fragen, wie viele Aktien aus den USA die SNB wirklich hält – und ob sie die irgendwann liquidieren wird. Ende März hielt die Schweiz einen neuen Rekordwert von 177,3 Milliarden Dollar, wie die Börsenaufsicht SEC in ihrem Quartalsbericht mitteilte.

Franken long – Yen short

Das Fazit aus dieser Gemengelage: Der Ringleader ist auf der Long-Seite der Schweizer Franken. Die Alpenrepublik exportiert Güter und Services, die auf Jahre hinaus recht krisenfest sind. Als da wären: Die Dienstleistungen im Bankensektor mit dem Bankgeheimnis; der hochpreisige Tourismus, der mit schneesicherem Luxus Scheichs, US-Filmstars, russische Oligarchen oder die indische Mittelschicht anlockt; Premium-Uhren; Pharmaka. Sie erkennen die Stärke der Wirtschaft auch daran, dass in der Schweiz die Inflation mit 2,9 Prozent im Mai noch recht moderat ist.

Auf der Short-Seite bleibt der japanische Yen der Frontrunner. Der Nippon wird mit der Ausfuhr von Haushaltselektronik, Hightech und Autos die Folgen einer globalen Rezession heftig zu spüren bekommen. Und die japanische Notenbank steckt weiter in der Zinsfalle. Genau deswegen haben wir Ihnen oben Franken und Yen in einem Chart zusammengepackt.

Es riecht nach Intervention

Und ein abschließendes Statement: Wenn der Zinscrash Fahrt aufnimmt und irgendwann die Panik tobt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Federal Reserve im Schulterschluss mit den großen Notenbanken eingreift. Der Kauf von Bonds oder Aktien wären Mittel, um den Absturz zu stoppen. Die Bernstein Bank hält Sie auf dem Laufenden!


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